Das Kunst- und Kulturbudget 2023 steigt laut Voranschlag wie im Vorjahr um über 60 Millionen Euro an, nämlich von 557,1 Millionen Euro um 11,3 Prozent beziehungsweise 63,1 Millionen auf 620,2 Millionen Euro. Von den zusätzlichen Mitteln sind nach Informationen aus dem Kunst-und Kulturstaatssekretariat 37,5 Millionen als Inflationsausgleich vorgesehen: Je 11 Millionen plus erhalten Bundesmuseen und Bundestheater, 15,5 Millionen gehen in die zusätzliche Förderung der übrigen Kulturszene.

Der größte Brocken der restlichen Budgetsteigerung kommt der umstrukturierten Filmstandort-Förderung zugute, die von der Regierung heute in Begutachtung geschickt wurde und mit Jahresbeginn in Kraft treten soll: Das neue finanzielle Anreizmodell, um Produktionen im Land zu halten respektive aus dem Ausland anzuziehen, trennt künftig in Förderung ausländischer Produktionen, die unter dem Titel FISA+ weiter aus dem Wirtschaftsministerium bestritten wird, und inländischer Produktionen, die als ÖFI+ im Kulturbudget 2023 mit 15,5 Mio. Euro budgetiert sind. Die Summe könnte sich jedoch erhöhen, da das Modell einen auf Basis eines Kriterienkatalogs automatisch vergebenen Zuschuss in Höhe von bis zu 35 Prozent der in Österreich im Rahmen von Filmproduktionen getätigten Ausgaben vorsieht (davon 5 Prozent für die Berücksichtigung klimaverträglicher Kriterien). Die Maximalhöhe des Zuschusses liegt bei 5 Millionen Euro pro Film.

5,7 Mio. Euro mussten als Teuerungsausgleich für die EU-finanzierten Sanierungsprojekte des Volkskundemuseums und der Praterateliers budgetiert werden, die sich laut Staatssekretariat erheblich verteuert haben. 5 Mio. Euro zusätzlich erhält der Denkmalschutz. Eine Erhöhung des Fair Pay-Programmes (2022 mit 6,5 Mio. Euro dotiert) sei beabsichtigt, hieß es.

Nach der Corona-Krise stehe die Kunst- und Kulturszene "durch die 2022 primär durch den Ukraine-Krieg ausgelöste massive Erhöhung der Inflation und die dadurch erfolgten Kostensteigerungen (insb. im Bereich Energie, Rohstoffe, Mieten) (...) vor wieder neuen Problemstellungen", heißt es dazu im Budgetbericht. "Ziel ist es jetzt, die Kunst- und Kulturszene, insbesondere auch die Bundeskulturinstitutionen, zu unterstützen, um diese schwierigen Rahmenbedingungen bestmöglich abzufedern".

"Im Fokus der Mittelverwendung" stünden auch im Kunst- und Kulturbereich "konkrete Entlastungsmaßnahmen" angesichts der starken Teuerung, die den Kulturschaffenden und den Institutionen "stabile finanzielle Rahmenbedingungen" bieten sollen, betonte auch Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP) in seiner heutigen Budgetrede.

"Kunst und Kultur sind Grundpfeiler unserer Gesellschaft und müssen auch in schwierigen Zeiten mit einer starken öffentlichen Finanzierung in ihrer ganzen Vielfalt erhalten werden", ließ Staatssekretärin Andrea Mayer (Grüne) in einer Aussendung dazu verlauten. "Es freut mich daher sehr, dass dieser immense Stellenwert sich auch in den Zahlen des Budgets 2023 widerspiegelt. Das Kulturbudget erreicht 2023 das dritte Jahr in Folge einen historischen Höchststand - gerade in einer Zeit multipler Krisen ist das ein wichtiger und richtiger Beitrag zur Gesundheit und Resilienz unserer Gesellschaft." Auch der ressortzuständige Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) freute sich über einen "historischer Höchststand im Kulturbudget". (apa)