Museologen und Wissenschafter fordern dazu auf, die Leitungsposition des Wiener Heeresgeschichtlichen Museums (HGM) neu auszuschreiben. In einem offenen Brief wird etwa ein intransparentes Berufungsverfahren und die Auswahl von Personen, die dem Verteidigungsministerium nahestehen, angeprangert. Das HGM steht seit längerem in der Kritik, die Suche nach einer neuen Leitung soll sich derzeit in der Endphase befinden.

Auf einem Dreiervorschlag soll unter anderem der amtierende Direktor M. Christian Ortner zu finden sein, gegen den Mitarbeiter vor einer Woche schwere Mobbingvorwürfe erhoben. "Die fast ausschließlich aus Berufsoffizieren und Ministerialjuristen zusammengesetzte Berufungskommission hat sich in einem intransparenten Berufungsverfahren für einen Dreiervorschlag entschieden, in dem offenbar Personen bevorzugt wurden, die in einem Naheverhältnis zum Ministerium stehen", heißt es in dem offenen Brief. Das lege nahe, dass eine auf Diskurse des 21. Jahrhunderts aufbauende Neuausrichtung verhindert werden soll. Neben Ortner sollen der Historiker Georg Hoffmann und Dominik Kimmel vom Römisch-Germanischen Zentralmuseum in Mainz auf dem Vorschlag stehen.

Unter den Unterzeichnern finden sich etwa Heidemarie Uhl von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und der Direktor des Jüdischen Museums Hohenems, Hanno Loewy. Gefordert wird neben einer Neuausschreibung auch ein öffentliches Berufungsverfahren unter Einbeziehung in- und ausländischer Experten und Expertinnen, das "den Weg zur grundlegenden Erneuerung des Museums öffnet". (apa)