Fünf Mitglieder der italienischen Klimagruppe "Ultima Generazione" (Letzte Generation, UG) sind am Mittwoch von der Mailänder Polizei festgenommen worden, nachdem sie vor der am Mittwochabend geplanten Scala-Premiere blaue Farbe auf die Fassade des Theaters geschüttet haben. Dabei handelt es sich um die jüngste Aktion einer Reihe von umstrittenen Protesten, die die Gruppe in Italien durchgeführt hat, um auf die Notwendigkeit hinzuweisen, die Klimakrise zu bekämpfen.

Die fünf Aktivisten wurden angezeigt, teilte die Polizei mit. Das Scala-Personal reinigte die Fassade des Theaters. Am Mittwochabend ist die Saisoneröffnung mit der russischen Oper "Boris Godunow" in Anwesenheit des italienischen Staatsoberhaupts Sergio Mattarella, der Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen und von Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni geplant.

Viele Vorfälle in Museen

Am 18. November streuten vier Aktivisten streuten acht Kilo Mehl auf ein von Andy Warhol dekoriertes Auto bei einer Ausstellung mit Werken des berühmten Pop-Art-Künstlers und klebten danach ihre Hände darauf. Im Gegensatz zu ähnlichen Vorfällen auf der ganzen Welt war das Werk nicht durch Schutzglas gesichert.

Klimaaktivisten machen mit Klebeaktionen oder Attacken auf Kunstwerke derzeit immer wieder Schlagzeilen. Im November wurde das mit Glas geschützte berühmte Gemälde "Tod und Leben" von Gustav Klimt im Wiener Leopold Museum mit Öl beschüttet. Einer der Aktivisten klebte sich auch mit der Hand an das Schutzglas. Zuvor war unter anderem in der Londoner National Gallery Tomatensuppe auf das berühmte Werk "Sonnenblumen" des niederländischen Künstlers Vincent van Gogh geworfen worden. Auch dieses Werk war durch eine Glasscheibe geschützt. (apa)