Das Pariser Rodin-Museum gibt sein umstrittenes Projekt einer Niederlassung in Santa Cruz auf der Kanareninsel Teneriffa auf. Die Bedingungen für ein internationales Museumsprojekt seien angesichts der Kritik aus Politik und Kultur der Kanarischen Inseln nicht mehr erfüllt gewesen, bestätigte die Pariser Einrichtung spanische Medienberichte über das Aus des rund 16 Millionen teuren Projekts. Man wolle nicht Gegenstand von Polemik werden.

Über 3.000 Kulturschaffende hatten im Dezember eine Petition lanciert und in einem Offenen Brief das mit öffentlichen Geldern finanzierte Vorhaben in Frage gestellt. Sie warfen darin der Stadt Santa Cruz, die das Projekt initiiert hatte, kulturelle Selbstunterwerfung und das völlige Fehlen von Verbindungen zwischen dem französischen Bildhauer und der spanischen Stadt vor.

Man gehe davon aus, dass für das Scheitern eher machtpolitische Gründe eine Rolle gespielt haben, teilte das Museum der Deutschen Presse-Agentur weiter mit. Das Rodin-Museum sollte in einem Teil des Kulturparks Viera y Clavijo untergebracht werden. Außerhalb Frankreichs gibt es bisher das Rodin-Museum in Philadelphia und den dem Bildhauer gewidmeten Flügel im Kunstmuseum der Präfektur Shizuoka in Japan. (apa/dpa)