Rund 300.000 Menschen setzten vor 30 Jahren auf dem Wiener Heldenplatz und in anderen Landeshauptstädten ein Zeichen gegen Rassismus und Ausgrenzung. An das Lichtermeer vom 23. Jänner 1993 erinnert das Haus der Geschichte Österreich (hdgö) ab heute in einer Web-Ausstellung. Direktorin Monika Sommer bittet in einer Aussendung um Mithilfe: "Zum dreißigjährigen Jubiläum wollen wir gemeinsam Erinnerungen und Objekte zu diesem Ereignis sammeln, bevor sie verloren gehen."

Anlass für das Lichtermeer war das von der FPÖ im Herbst 1992 angekündigte Volksbegehren "Österreich zuerst", das laut Aussendung einen Einwanderungsstopp und Gesetze, die Migrantinnen und Migranten diskriminierten, forderte. Bisher gebe es allerdings kaum Objekte in Museen, die an die Kundgebung erinnern. Die Web-Ausstellung "Das Lichtermeer 1993. Ein prägendes Zeichen der Zivilgesellschaft" (www.hdgoe.at/lichtermeer) wachse durch Beiträge von Besucherinnen und Besuchern - in Form von Fotos, Videos oder Bildern von Gegenständen.

Beim Hochladen können Objekte der hdgö-Sammlung angeboten werden, Beispiele seien in der Hauptausstellung des Museums zu sehen. Willkommen seien auch Beiträge von Menschen, die damals neu nach Österreich gekommen oder schon länger hier gelebt haben und von Hass und Rassismus betroffen waren, unabhängig davon, ob sie am Lichtermeer teilgenommen haben. Auf der Homepage sind bereits jetzt Fotos u.a. von Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie von Willi Resetarits bei der Kundgebung, Plakate des Initiators SOS Mitmensch oder die Unterstützungserklärung des damaligen Innenministers Franz Löschnak zu sehen. (apa)