Wien. "Die Ministerin legt Wert auf Transparenz": Mit dieser Begründung wurden die seit März fertigen Evaluierungsstudien über die Bundestheater - nach langem Zögern - nun immerhin auszugsweise publik.

Hatten Ministerin Claudia Schmied und Bundestheatergeneral Georg Springer bisher erklärt, eine Veröffentlichung der komplexen Daten würde zu Fehlschlüssen führen (Springer) beziehungsweise Betriebsgeheimnisse verraten (Schmied), sind seit Montag zumindest "Executive Summaries" der Prüfberichte verfügbar. Allerdings mit Lücken: Wie es aus dem Ministerium heißt, bleiben Geschäftsgeheimnisse unerwähnt, um den Bühnen keinen Wettbewerbsnachteil zu bescheren. Wobei: Es dürfte wohl nicht nur an diesem Aspekt liegen, dass - wie aus der Holding zu hören - zuletzt viel Arbeit in die Formulierungen der Summaries investiert wurde. Bis Herbst soll Springer mit den Gesellschaften einen Maßnahmenkatalog erarbeiten. Er fühlt sich durch die Evaluierung jedenfalls bestätigt: "Die Ergebnisse geben unserer Arbeit recht."

Mit den Untersuchungen betraut waren Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young sowie Karasek Wietrzyk Rechtsanwälte. Sie lieferten eine rechtliche Evaluierung der Bundestheater, eine Effizienzanalyse der Holding und der Theaterservice GmbH (zuständig unter anderem für Kostüme, Requisiten) sowie wirtschaftliche Analysen der Bühnengesellschaften, also von Burgtheater, Staats- und Volksoper.

Untersucht wurde die Performance der Bühnen in den Jahren 2006 bis 2009. Empfohlen werden vor allem Koproduktionen. Dem Burgtheater empfiehlt der Bericht zudem, die Probebühnen auf zusätzliche Verwertungsmöglichkeiten zu prüfen. Volks- und Staatsoper wird - aufgrund lukrativer Japan-Gastspiele - empfohlen, derlei Aktivitäten zu steigern. Beide sollen zudem Produktionen durch Neue Medien verstärkt verwerten. Der Volksoper wird geraten, Auslastungsunterschiede im eigenen Ensemble kritisch zu beachten. Und: Das Angebot der Theaterservice GmbH solle mit jenem externer Anbieter verglichen werden.

Welche Ratschläge die Bühnen für realisierbar erachten, wird sich weisen. Springer ortet jedenfalls ein Optimierungspotenzial, das bis zu zehn Prozent der Gesamtsubvention (derzeit: 144,436 Millionen Euro) ausmachen könnte. Die Subvention soll, so heißt es aus dem Ministerium, aber nicht gekürzt werden.