Peter Handke wird am 6. Dezember 60 Jahre alt. Aus diesem Anlass wird ihm in einem feierlichen Festakt am kommenden Freitag (16 Uhr, Oman-Saal) das Ehrendoktorat der Universität Klagenfurt verliehen. Die Laudatio hält der Klagenfurter Germanist und Leiter des Robert-Musil-Institutes, Klaus Amann.

Von Donnerstag bis Samstag (7. bis 9. November) veranstaltet das Robert-Musil-Institut unter dem Titel "Von den Rändern her" ein internationales Handke-Symposium unter der wissenschaftlichen Leitung der Germanisten Karl Wagner (Wien) und Amann. Dieses Symposium will der Frage nachgehen, ob Handkes Umstrittensein etwas mit der ihm immer wieder vorgeworfenen Unzeitgemäßheit zu tun hat, was seine Literatur unzeitgemäß und sperrig macht und ob es sich dabei nicht gerade um ihre besonderen Qualitäten handelt. Diese Literatur der genauen Wahrnehmung steht nämlich in deutlicher Opposition zur Bilderflut der gegenwärtigen Medienwelt.

Am Samstag präsentiert DJ Amina (Handkes Tochter Amina Handke) ab 20.30 Uhr im Musil-Haus die Handke-Selection, einen musikalischen Vortrag mit Tonträgern. Mit diesem Abend feiert das Musil-Institut sein fünfjähriges Bestehen.

Die Fotoausstellung des blinden Fotografen Evgen Bavcar zeigt Porträts Handkes und seiner Orte Griffen, Karst und Paris. Sie wird voraussichtlich bis Ende des Jahres zu sehen sein.

Handkes 60. Geburtstag bietet sich als Anlass für eine neue Lektüre seines vielgestaltigen Werkes an. Eine Lektüre, die sich "Von den Rändern her" (Peter Handke) einem Schreibprojekt annähern will, das sich beharrlich den Erwartungen entzieht. Wie kein anderer deutschsprachiger Autor der Gegenwart hält Handke an der Eigengesetzlichkeit von Literatur fest und versucht ihren Status durch ständige Befragung und Hinterfragung zu behaupten. Handke zählt heute zu den bedeutendsten deutschsprachigen Schriftstellern, gleichzeitig ist er einer der umstrittensten. Als Autor, Dramatiker und Übersetzer gelingt es ihm immer wieder zu überraschen und kontroverse Diskussionen auszulösen. 1966 machte die Publikumsbeschimpfung den 23-Jährigen schlagartig berühmt. Im selben Jahr warf er der Gruppe 47 in Princeton Beschreibungsimpotenz vor.

Weitere Informationen zu

Peter Handke und zum Programm des Symposiums:

Michaela Monschein, p. A. Robert-Musil-Institut für Literaturforschung, 9020 Klagenfurt, Bahnhofstraße 50, Tel.: 0 46 3/27 00-29 14, Fax: 0 46 3/27 00-29 99, E-Mail: mailto:michaela.monschein@uni-klu.ac.at.