Wien. Aufatmen an der Kammeroper: Das Wiener Haus, das zuletzt per Petition ums Überleben kämpfte, wird auch künftig Opern zeigen. Zwar wird es auf der finanziell gebeutelten Bühne heuer gar keine mehr zu sehen geben und 2012 wohl nur eine Eigenproduktion. Dafür wird das Haus voraussichtlich auch von Gästen bespielt werden, zum großen Teil von freien Gruppen wie der Neuen Oper Wien; auch die Staatsoper hat ein Kooperationsprojekt. Die Basis für den künftigen Betrieb ist nun geschaffen: Der Kulturausschuss der Stadt stimmte einer 700.000-Euro-Subvention für den Verein Wiener Kammeroper für das Jahr 2012 zu.

In Bedrängnis war das Haus durch den Entschluss des Kulturministeriums geraten, die Bühne "in die Verantwortung der Stadt Wien zu übergeben", oder konkret gesagt: eigene Subventionsleistungen einzustellen. Unterstützte das Ministerium die Oper 2008 mit 650.000 Euro, belief sich die heurige (und laut Ministerium letzte) Zahlung auf 150.000 Euro.

Kommt Theater an der Wien?

Die Stadt Wien, die jährlich konstant 700.000 Euro beisteuert, erwartete vor der Zusage für 2012 ein neues Konzept. Dass dieses nun Gastspiele freier Gruppen beinhaltet, kommt nicht überraschend. Dem Vernehmen nach wackelte die Einigung mit der Stadt jedoch wegen einer weiteren (potenziellen) Partnerschaft: nämlich mit dem Theater an der Wien. Zwar betonte die Kammeroper-Intendanz in den Vormonaten, man wäre offen für Gastspiele des Opernhauses der Stadt Wien. Dieses, fürchtete man aber, könnte die Bühne am Fleischmarkt ganz übernehmen wollen. Die Stadt dementierte derlei Pläne. Ob und inwieweit das Theater an der Wien den Spielort nützen kann, wird sich noch weisen.