Salzburg. (irr/apa) Angriff gilt zwar als beste Verteidigung. Vor einem Nachspiel, wie nun im Gefolge des Osterfestspielskandals, schützt sie allerdings nicht.

Anfang 2010, als das Ausmaß des Skandals (geschätzter Schaden: rund zwei Millionen Euro) allmählich ruchbar wurde, ging Gabi Burgstaller in die Offensive. Die Salzburger Landeshauptfrau - sowie geschäftsführende Festival-Präsidentin - sprach von Wirtschaftskriminalität und einem "System der Selbstbedienung". Eine "zentrale Figur" sei auch Buchhalterin Brigitte K. gewesen.

2011 gab die Staatsanwaltschaft bekannt, Anklage gegen den Ex-Geschäftsführer des Festivals, Michael D., und Klaus K., den gefeuerten Technik-Chef der Sommerfestspiele, erheben zu wollen. Eingestellt wurde aber unter anderem das Strafverfahren gegen Brigitte K. Sie strengte bereits 2010 eine Klage auf Unterlassung und Widerruf gegen die Landeshauptfrau an.

Der Zivilprozess ging nun am Freitag weiter - anfangs nicht zur Zufriedenheit von Richter Walter Dalus: Der erste Zeuge, ehemals Anwalt des Festivals sowie Zwei-Prozent-Eigentümer, entschlug sich der Aussage. Brigitte K. hatte den 69-Jährigen als Zeugen beantragt. Dieser ist von den Osterfestspielen aber nicht von seiner Verschwiegenheitspflicht entbunden worden. Das bestätigte Anwalt Alfred Hammerer. Er vertritt nicht nur Burgstaller, sondern auch die Osterfestspiele in einem Schadensersatzprozess. Dieser richtet sich unter anderem gegen den Zeugen.

Um den Prozess nicht in ein "Kasperltheater" abgleiten zu lassen, regte der Richter an, den 69-Jährigen von seiner Verschwiegenheitspflicht zu entbinden. Dalus: "Die Osterfestspiele haben doch Interesse an der Aufklärung."