Linz. Der Karikaturist Gerhard Haderer will im kommenden Jahr eine "Schule des Ungehorsams" in der denkmalgeschützten Linzer Tabakfabrik, in der ein Kreativ-Viertel entstehen soll, starten. Das Projekt wird  gemeinsam mit dem Aufsichtsratsvorsitzendem der Tabakfabrik Entwicklungs- und Betriebsgesellschaft Finanzstadtrat Johann Mayr und ihm entwickelt.

"Der Grundsatzbeschluss ist da, seit drei Monaten arbeiten wir intensiv an einem Konzept", so Müller. "Es wird etwas werden, das es noch nicht gegeben hat, ein sich ständig aktualisierendes Museum." Ein herkömmliches Museum habe Haderer selbst nicht gewollt. Fix sei der Standort in der Linzer Tabakfabrik und das Format. Die passenden Räumlichkeiten würden gerade gesucht und geprüft, erklärte Müller, der zurzeit in Berlin neue Ideen sammelt und Interessenten für die Tabakfabrik trifft. Die "Schule des Ungehorsams" könne man nicht solitär betrachten, auch die Nachbarschaft sei wichtig. Es solle eine Ideenkette entstehen, so Müller.

Das Projekt sei eine lustvolle Antwort auf die herrschende Unzufriedenheit. Haderer sehe seine Denkschule als "Ermutigungsprojekt, sich einzumischen", heißt es im "Standard". Wesentlicher Bestandteil des demokratiepolitischen Systems sei es, dass sich die Bürger einbringen. Diese Bewusstseinshaltung wolle er vermitteln, anfangs mit Zeichenworkshops, dann auch mit Lesungen, die es einem schmackhaft machen, sich zu engagieren. Er denke an ernsthafte Diskussion mit Dozenten und Freunden, von Robert Menasse bis Jean Ziegler, so Haderer.