Wien. Der Wiener Zeitschriften-Verleger und -Herausgeber Rudolf Bohmann (74) ist am Montag nach schwerer Krankheit gestorben. Bohmann war 25 Jahre lang Präsident des Österreichischen Zeitschriften- und Fachmedienverbandes und langjähriger Vizepräsident des Österreichischen Verlegerverbandes. 2007 erhielt er das Große Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien. Im selben Jahr bestellte ihn der damalige Bundeskanzler Alfred Gusenbauer in den Aufsichtsrat der "Wiener Zeitung", wo er bis zum Februar 2012 den Vorsitz innehatte. Er war stets um eine nachhaltige Sicherung der "Wiener Zeitung" bemüht und hat die Entscheidung für den Umzug nach St. Marx diesen Sommer mitgetragen.

Der Jurist und gelernte Schriftsetzer Bohmann lernte das Verlagsgeschäft von der Pike auf. 1962 trat er als 25-Jähriger in den väterlichen Betrieb ein und begleitete den Aufbau der Druckerei und des Verlages. Nach dem Tod des Vaters übernahm er 1975 die Geschäftsführung. Der Verlag, in dem 180 Mitarbeiter beschäftigt sind, gibt heute 80 Fachzeitschriften, Magazine und Bücher heraus. Bohmann galt als innovativer Kommunikator, der stets um einen konsensualen Beitrag zur Meinungsvielfalt in Österreich bemüht war.