Die Werksmusikkapelle wird durch die Böhler-Werke führen. - © Böhler-Uddeholm
Die Werksmusikkapelle wird durch die Böhler-Werke führen. - © Böhler-Uddeholm

Klangskulpturen, Opern in Schaugärten und ein Künstlerkirtag sind nur einige der heuer stattfindenden Projekte des NÖ Viertelfestivals, das bis zum 12. August in der Region des Mostviertels stattfindet. Insgesamt werden bis zum 12. August 67 spartenübergreifende Kunst- und Kulturprojekte realisiert.

Das Mostviertel zeigt sich zurzeit "...in Fluss": Das heurige Motto fußt auf der Geschichte des Mostviertels als Zentrum der Eisenverarbeitung und des Holzhandels, für den der Reichtum an Flüssen Voraussetzung war. Das Hinterfragen alter Strukturen ist genauso Thema wie gesellschaftliche und gesellschaftskritische Fragen, Historisches fließt genauso ein wie Aktuelles.

Ein Querschnitt aus den Veranstaltungen: "Die scheinbare Gärtnerin" - eine gekürzte Version der Mozart-Oper "Die falsche Gärtnerin" - wird Anfang August im Schaugarten einer Gärtnerei in Aschbach-Markt gezeigt. Eine musikalische Reise mit der Werksmusikkapelle durch die Böhler-Werke erwartet die Besucher am 20. Juli. Um das Verhältnis zwischen Menschen mit und ohne Behinderungen dreht sich ein Stegreiftheater, das unter "Hinein ins zweisame Leben" im Juni in den Bezirken Tulln und St. Pölten gezeigt wird.

Gaukler, Straßenkünstler und Artisten

Eine politisch brisante Ausstellung ist bis 14. Oktober auf Schloss Ulmerfeld zu sehen. Sehr wörtlich genommen haben hingegen das Motto zwei Künstler aus den Niederlanden und Bulgarien, die in Pöchlarn leben: Sie zeigen während der gesamten Dauer des Festivals eine Installation zum Thema Hochwasser und Dammbau. Ebenfalls in Pöchlarn findet am 2. und 3. Juni ein "Künstlerkirtag" statt, bei dem nicht nur Kunsthandwerk jeglicher Art zum Verkauf angeboten wird, sondern auch Darbietungen von Gauklern, Straßenkünstlern und Artisten auf dem Programm stehen.

Die eingebundenen Schulprojekte finden auch heuer wieder Eingang in das Festivalprogramm: In Neulengbach haben sich Schüler der 100 Jahre zurückliegenden Arretierung des Malers Egon Schiele wegen "unsittlicher" Farbblätter gewidmet, die Motive neu interpretiert und den Werken des Malers gegenübergestellt. Mit Kommunikation und den Ursachen für Verständigungsprobleme beschäftigt man sich hingegen im Amstettener Gymnasium. "Schülerstrom und Redefluss" soll helfen, den Kommunikationsfluss reibungsloser zu gestalten.

In Rabenstein an der Pielach thematisiert die Fotoschau "Drei Dörfer" ein Dorf im westlichen Himalaya, einen von Tempo und Hektik der Hauptstadt geprägten Ort in Indien und einen, vertraut und verschlafen, im Mostviertel. Wie die Einheimischen leben, was sie verbindet und unterscheidet, haben sieben Fotografen aus -sterreich, der Schweiz, Frankreich, Ungarn, Polen und Indien mit ihren Kameras erforscht. Die Installation "Hochwasser im Segelhaus" der Künstlerin Ping Frederiks und des Bildhauers und Malers Atanas Kolev thematisiert in Pöchlarn die Bedeutung des Dammbaus. (vf)