Salzburg/Wien. Franz Welser-Möst und Alexander Pereira streiten über Termine - oder haben sich "auseinandergelebt". An Tag 2 nach Welser-Mösts Absage für die Salzburger "Cosi fan tutte" und den weiteren geplanten Da-Ponte-Zyklus sind die Festspiele bereits mit Hochdruck auf der Suche nach einem neuen Dirigenten. Pereira bezeichnete die Causa in einer Aussendung als "sehr bedauerlich", die Reaktion Welser-Mösts zugleich aber als "unproportional".

Zwischen Welser-Möst und den Festspielen gab es bisher keinen schriftlichen Vertrag über die auf drei Jahre anvisierte Zusammenarbeit, wie der Dirigent selbst im APA-Gespräch erklärte. "Und mit mir war die Disposition der Aufführungen anders besprochen." Konkret stößt sich der Generalmusikdirektor der Wiener Staatsoper am engen, auch für die Sänger nicht zumutbaren Terminkorsett, sowie an einer im Programmheft ursprünglich für 11 Uhr Vormittags angesetzten Vorstellung.

Heikle Terminfragen

Letzteren "Patzer" gestand Pereira in seiner Stellungnahme auch ein: "Wissend, wie heikel solche Terminfragen für Franz Welser-Möst sind, war uns klar, dass wir uns um seine Zustimmung hätten bemühen müssen, unglücklicherweise ist das im letzten Moment doch nicht geschehen." Mittlerweile sei der Termin allerdings auf 14 Uhr verlegt. Dieses "Problem, das man mit einem Anruf hätte klären können" zum Anlass zu nehmen "nicht nur die 'Cosi', sondern auch die noch nicht angekündigten Produktionen der Festspiele 2014 und 2015 zu stornieren" betrachtet Pereira allerdings als "vollständig unproportional".

Daher seine Erklärung: "Der wahre Grund für die Absage dürfte sein, dass sich zwei Menschen, die einmal sehr intensiv über viele Jahre zusammengearbeitet haben, auseinandergelebt haben, was ich sehr bedauerlich finde, weil ich gehofft habe, in Salzburg an die positiven Zeiten unserer Zusammenarbeit anschließen zu können." Welser-Möst war zwischen 1995 und 2008 am Opernhaus Zürich unter Pereira tätig.

Am Da-Ponte-Zyklus wollen die Festspiele jedenfalls festhalten und schon bald einen neuen Dirigenten präsentieren. Möglich sei auch, "dass es drei verschiedene Dirigenten gibt", so Pereira im "Kurier". Regie führen soll der Salzburger Schauspielchef Sven-Eric Bechtolf, der in der kommenden Woche, diesesmal tatsächlich gemeinsam mit Welser-Möst, die "Ariadne" an der Staatsoper herausbringt. Pereira schreibt, die Absage sei auch für Bechtolf "eine große Enttäuschung", der Regisseur selbst war am Montag nicht erreichbar.