Wien. (irr) Ein Tochterunternehmen der Bundestheater-Werkstätten muss Kritik einstecken: Nicht nur ein Geschäftsplan, sondern auch Kostentransparenz fehlen dem Rechnungshof (RH).

Im Jahr 2005 hat die Art for Art Theaterservice GmbH - sie beliefert die Bundestheater unter anderem mit Bühnenbildern - die Art for Art Kreativ-Werkstätten GmbH als Tochter gegründet. Diese soll Aufträge auf dem freien Markt akquirieren. Hilfreich dabei: Im Gegensatz zum Mutterunternehmen muss die Firma allfällige Aufträge an Subunternehmen nicht öffentlich ausschreiben und kann somit schneller agieren. Der RH prüfte nun die Performance in den Geschäftsjahren 2009/10 bis 2011/12. Alle drei weisen einen operativen Gewinn aus: von bescheidenen 3000 auf zuletzt 11.000 Euro.

Fehlende Kriterien

Für den RH ist die Existenzberechtigung der Firma aber damit nicht erwiesen. Die Bundestheater-Holding GmbH habe bisher nicht nachvollziehbar evaluiert, "ob der Fortbestand der Art for Art Kreativ-Werkstätten GmbH notwendig war". Und: Der Firma fehlt bis heute ein Plan zur Festlegung und Steuerung der Geschäftstätigkeit. Weitere Kritik: fehlende Kostenwahrheit. Die Mutterfirma (Geschäftsführer ist da wie dort Josef Kirchberger) arbeitete auch im Auftrag der Tochter, verrechnete aber nicht die vollen Personalkosten, sondern 13.000 Euro weniger.

Die Holding reagierte auf den RH-Bericht mit dem Vorsatz, die Kreativ-Werkstätten in die Überprüfung der internen Revision aufzunehmen. Eine substanzielle Kritik kann Holding-Geschäftsführer Georg Springer aber nicht orten. Zwar werde man den Businessplan wohl nachliefern. Doch auch ohne, so sagt Springer, sei die Funktion der Tochterfirma klar erkennbar: Als Anbieter auf dem freien Markt trage sie - trotz überschaubarer Auftragslage - zur ausgeglichenen Konzernbilanz bei.