Auch dem Wald, dem deutschen selbstverständlich, wurde besonderes Augenmerk geschenkt. Immerhin schwadronierte Reichsmarschall Hermann Göring: "Wenn wir (Deutschen, Anm.) durch den Wald gehen, erfüllt uns der Wald mit einer ungeheuren Freude an Gottes herrlicher Natur. Das unterscheidet uns von jenem Volke, das sich auserwählt dünkt und das, wenn es durch den Wald schreitet, nur den Festmeter berechnen kann." Wobei lediglich das Bekenntnis des Reichsmarschalls zum christlich-jüdischen Gott überrascht. Himmler wäre unvergnügt gewesen.

Tödliche Versuche

So weit - so amüsant. Doch wenn es um die angewandte Evolutionstheorie geht, bleibt das Lachen dann doch im Hals stecken. Nicht umsonst heißt es in einem NS-Dokumentationsfilm: "Alles Lebensschwache geht in der Natur unfehlbar zugrunde. Wir Menschen haben gegen dieses Gesetz der natürlichen Auslese in den letzten Jahrzehnten furchtbar gesündigt. Wir haben unwertes Leben nicht nur erhalten, sondern ihm auch Vermehrung gewährt."

So steht denn auch Rasseforschung und Rassengeschichte auf dem Ahnenerbe-Plan. Die (kann man das Wort hier wirklich anwenden?) Forschung wird in den KZs ganz konkret betrieben und pervertiert: Unterkühlungs- und Unterdruckexperimente etwa führen ebenso zum qualvollen Tod der zumeist jüdischen Probanden wie Versuche mit Senfgas, Fleckfieber- und Malaria-Erregern.

Himmler nimmt sich 1945 das Leben. Nicht alle seine Wahnideen sind mit ihm gestorben. Vieles lebt weiter, verwandelt in Esoterik-Literatur und neuheidnische Bewegungen. Gefahr geht davon freilich keine aus. Wovon mancher freilich auch überzeugt war, als Himmler die Ura-Linda-Chronik für sich entdeckte.