Salzburg. Das neue Jahr bringt Veränderungen im Kuratorium der Salzburger Festspiele: Der Vorsitz wechselt turnusmäßig vom Bund an das Land Salzburg, also an Landeshauptmann Wilfried Haslauer. Außerdem erhält der "Aufsichtsrat" ein neues Mitglied, und zwar Ex-Finanzministerin und jetzige ÖVP-Kultursprecherin Maria Fekter als eine der beiden Vertreter des Bundes. Neben Haslauer und Fekter gehören dem Kuratorium als Mitglieder mit Stimmrecht noch die bisherige Vorsitzende Andrea Ecker als zweite Vertreterin des Bundes, Bürgermeister Heinz Schaden für die Stadt Salzburg und der ÖVP-Landtagsabgeordnete Hans Scharfetter als Vertreter des Tourismusförderungsfonds an.

Die IG Autorinnen Autoren zeigte sich auf die Nachricht der Bestellung "irritiert" und befürchtet Interessenskonflikte innerhalb der Hochkultur-Betriebe selbst. Mit Fekter sitze die vierte aktive Politikerin von fünf stimmberechtigten Mitgliedern im Kuratorium, kritisiert der Kultursprecher der Grünen, Wolfgang Zinggl. "Die Besetzung mit Frau Fekter, die sich offenbar für ihr ,Wohlfühlprogramm‘ auch eine Prominenz in Salzburg mit allen damit verbundenen Annehmlichkeiten gesichert hat, birgt das Risiko von Interessenkollisionen in sich", so Zinggl.

Für Beate Meinl-Reisinger, Kultursprecherin der Neos und Vorsitzende des Kulturausschusses im Nationalrat, ist "jedenfalls die Optik nicht gut"; sie möchte rechtlich prüfen lassen, ob die Funktionen Kultursprecherin und Kuratoriumsmitglied vereinbar seien.