Auf dem Weg dorthin kommen uns Größen wie Victor Hugo entgegen und sprechen aus, was dem Populismus des 21. Jahrhunderts zum Opfer fiel: die Vereinigten Staaten von Europa. Die Erkenntnis, dass nur große Gemeinsamkeit Sicherheit nach innen und außen gibt. Und das ganz gute Gefühl, dass nur Vereinigte Staaten von Europa Prosperität für möglichst viele Menschen ermöglichen.

Für die Kulturtreibenden, die es gewohnt sind, über alle geographischen und geistigen Grenzen hinweg zu arbeiten, ist dies Realität. Für die Handel Treibenden, denen die Überwindung von Grenzen Gewinne bringt, ist dies ebenfalls Realität. Für die hunderttausenden Studenten, denen das EU-Programm Erasmus ein nationale Grenzen überschreitendes Studium ermöglicht, ist dies Realität. Für die vielen Bedürftigen, deren Pfleger(innen) aus anderen EU-Ländern kommen, ist dies Realität. Für die vielen Einfamilienhaus- und Wohnungsbesitzer, die sich ihren Lebensraum von Handwerkern aus anderen EU-Ländern verschönern lassen, ist dies Realität. Für die vielen nordeuropäischen Pensionisten, die einen Teil des Winters im Süden Europas verbringen, ist dies Realität. Für die Forscher und Internet-Start-ups, die Grenzen nur noch beim Download kennen, ist dies ebenfalls Realität.

Für die Besucher des Jüdischen Museums Hohenems wird dies Realität. Sie werden in ein frühes Europa geführt; ein Europa, in dem Träumen erlaubt, ja gewünscht war. Diese Europawahl bot die Chance, die Vereinigten Staaten von Europa in einem glänzenden Licht darzustellen. Nur wenige haben sie genutzt. Aber auch Rom ist nicht an einem Tag erbaut worden, 2019 und dazwischen gibt es nächste Gelegenheiten zu träumen.