Wien. Ab Mittwoch hoppelt das "Schlaue Füchslein" von Leoš Janáček über die Bühne der Staatsoper. Direktor Dominique Meyer hat als Regisseur noch einmal Otto Schenk, 48 Jahre nach dessen hiesigem Debüt, gewonnen; den Taktstock führt Franz Welser-Möst. Ein Gespräch mit dem Generalmusikdirektor über die Wiener Premiere, den Sparfuchs von Salzburg und fehlende Visionen in Europa.

"Wiener Zeitung": Opernkenner lieben "Das schlaue Füchslein", aber wird es die Staatsoper füllen?

Franz Welser-Möst:Wir haben hier einiges nachzuholen, was die Janáček-Pflege anbelangt, und da gehört das "Füchslein" zweifellos dazu. Es hat seine ganz eigene Musiksprache, erzählt eine wunderbare Parabel über den großen Kreislauf der Natur und tut das mit leichter Hand: Wenn das Füchslein stirbt, ist das nicht, als würde Floria Tosca sterben. Nach einem kurzen Lamento geht das Leben weiter. Der Förster verdeutlicht zuletzt das Philosophische, wenn er über die Natur sinniert und sich vorstellt, eines Tages wieder ein Füchslein mitzunehmen. Der Kreislauf dreht sich weiter.

Wie ist die Arbeit mit Otto Schenk?

Sehr anregend. Und lustig. Er ist ein alter Haudegen, der sein Handwerk im kleinen Finger hat, und ein begnadeter Komiker. Seine 84 Jahre hindern ihn nicht daran, den Sängern alles vorzuspielen.

Als Chef des Cleveland Orchestra haben Sie unlängst ein ganz anderes "Füchslein" dirigiert - mit computeranimierten Filmen.

Ja, das war eine Idee von Yuval Sharon. Der leitet in L.A. seine eigene Kompanie und hat mich unglaublich beeindruckt mit seiner Fantasie. Acht Monate hat sein Team die Trickfilme erarbeitet, das Ergebnis war für mich wie die Erfindung einer neuen Kunstform: Ich habe es noch nie erlebt, dass Film und Opernbühne so gut harmonieren.

Wäre so etwas auch hier möglich?

Ich hab Dominique sofort Sharon vorgeschlagen; ich wünsche mir sowieso, dass man hier versucht, auch neue Wege zu gehen. Womöglich machen wir hier eine Produktion gemeinsam.

Meyer sagt, das Haus brauche mehr Geld. Können Sie das bestätigen?