Wien. (apa/irr) Am Freitag hat nun auch der zweite Prozess in der Causa Burgtheater begonnen. Dass es sich um einen juristischen Nebenschauplatz handelt, war auf einen Blick zu erkennen: Die Protagonisten des Konflikts waren diesmal nicht persönlich am Arbeits- und Sozialgericht erschienen, Medienvertreter in geringerer Zahl.

Freilich: Auch dieser Rechtsstreit ist nicht unwichtig. Während der gefeuerte Burgdirektor Matthias Hartmann in jenem Prozess, der am Dienstag begann, seine Entlassung anficht und zwei Millionen Euro Verdienstentgang fordert, ist in diesem Fall das Burgtheater klagende Partei. Es bekämpft jene Vertragsverlängerung, die Ministerin Claudia Schmied im Jahr 2012 dem damaligen Direktor gewährt hat: Hätte man damals schon von den wahren Zuständen an der Burg gewusst, wäre die Verlängerung nie zustande gekommen. Falls das Burgtheater in diesem Prozess nun recht bekäme, Hartmann wiederum in dem anderen, müsste man dem geschaßten Chef weitaus weniger zahlen.

Doch so weit ist man noch lange nicht. Richter Wilfried Schwimmer schloss das Verfahren nach 30 Minuten vorläufig. Er will erst nach dem Eintreffen weiterer Schriftsätze über eine Fortsetzung entscheiden. Es müsse nämlich noch ein wesentlicher juristischer Punkt geklärt werden - ob die Vertragsverlängerung überhaupt rückwirkend aufgelöst werden könne.

Drei Wochen Zeit

Für Bernhard Hainz, der das Burgtheater vertritt, wäre dies sehr wohl möglich, wie er am Freitag darlegte. Schließlich hätte Hartmann - der wegen der "kreativen" Buchhaltung der ebenfalls gefeuerten Silvia Stantejsky abberufen worden ist - seine zweite Amtszeit noch gar nicht angetreten gehabt, eine Rückabwicklung wäre ohne großen Aufwand möglich. Hartmanns Anwälte wiederum, Georg Schima und Katharina Körber-Risak, halten die Klage für nicht schlüssig und haben einen formalen Unterbrechungsantrag gestellt. Während sie auf eine Abweisung des Verfahrens hoffen, plädiert Hainz dafür, beide Prozesse parallel zu führen. Die Frist für die Einreichung neuer Schriftsätze beläuft sich auf drei Wochen.