Unerbittlichster Begleiter im Kulturjahr: Wie nur selten kamen 2014 die tragischen Abschiede in kürzesten zeitlichen Abständen. Der österreichische Film musste zwei gar frühzeitige Verluste mit Michael Glawogger und Florian Flicker hinnehmen, die Kunstwelt trauerte um Maria Lassnig und Hans Hollein, die Literaturwelt um Gabriel Garcia Marquez, die Medienwelt war bestürzt über den unerwarteten Tod von "FAZ"-Herausgeber Frank Schirrmacher, der Selbstmord von Robin Williams erschütterte die ganze Welt, und zuletzt ging eine Schockwelle durch das Land, als es Udo Jürgens nicht gegönnt war zu erleben, dass der Song Contest, den zuletzt nur er nach Österreich hatte holen können, nun doch wieder einmal in Wien ausgetragen wird.

Ergriffenheit des Jahres: 10. Mai 2014. Das "Austria-Twelve-
Points"-Wunder von Kopenhagen. Ein Land im Wurst-Taumel.

Hinterlistigstes Spielzeug des Jahres: Lego schaffte es, mit einem klugen Film gleichzeitig Kritik am geistlosen Kinderkundenkapitalismus zu üben und auf charmanteste Weise trotzdem ganz kapitalistisch für sich selbst zu werben. Bonus: der lustigste Batman seit der Bang-Pow-Serie der 1960er ("Ich arbeite nur in Schwarz. Und manchmal in sehr, sehr dunklem Grau.").

Boot des Jahres:Es heißt "Amore" und brachte George Clooney und seine Braut Amal Alamuddin von einer Location ihrer tagelangen Hochzeit in Venedig zur nächsten. Und zur nächsten. Und zur nächsten. Und zur . . .

Literaturtrend des Jahres: Bücher über Bücher, über Buchhandlungen oder über den Literaturbetrieb. Marlene Streeruwitz behandelte Letzteren in ihrem bissigen Roman "Nachkommen" genauso wie J.K. Rowling alias Robert Galbraith im Krimi "Der Seidenspinner". Brutal sind sie beide.

Albernster Euphemismus des Jahres: Schauspielerin und Gesundleberin Gwyneth Paltrow und ihr Ex-Mann, Coldplay-Sänger Chris Martin, erfanden für ihre Trennung den Begriff der "Entpartnerung" (Uncouple). So etwas würde man gerne entwissen.

Diebstähle des Jahres: Nicht nur, dass Hacker Nacktfotos unter anderem von US-Schauspielerin Jennifer Lawrence erbeuteten und öffentlich machten. Dreister fast noch, wie manche heuer anderen die Show stahlen. Zum Beispiel "Sherlock"-Darsteller Benedict Cumberbatch, der auf dem roten Teppich der "Oscars" in ein wohlgeordnetes Gruppenfoto von U2 crashte. Dem Beispiel folgte schließlich bald darauf auch die englische Königin, die frohgemut in ein Selfie von zwei nichtsahnenden Teenagergirls lächelte.