Wien. Am 8. Mai 1945 endete der Zweite Weltkrieg. Mit einer Vielzahl an Ausstellungen, Theaterstücken und Diskussionsrunden erinnert das kulturelle Österreich an diese entscheidenden Tage, die nun bald 70 Jahre zurückliegen. Vom öffentlichen Raum bis zum Theaterauditorium reicht das Spektrum. Ein Blick auf das Geschehen in Wien.

In den 41 Tagen vom 29. März bis zum Kriegsende am 8. Mai 1945 fallen noch tausende Menschen in Österreich dem NS-Terror zum Opfer. Diese besonders gewalttätige Endphase des Kriegs nimmt die Ausstellung "41 Tage. Kriegsende 1945. Verdichtung der Gewalt" zum Ausgangspunkt. Eine zweiteilige Ausstellung erinnert am Heldenplatz und im Äußeren Burgtor von 16. April bis zum 3. Juli an die letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs.

Während am Heldenplatz Fotos von zwölf ausgewählten Orten die Gewaltverbrechen des NS-Regimes thematisieren, widmet sich der zweite Teil der Schau im Äußeren Burgtor (Krypta des Heldendenkmals) unter dem Titel "Wien 1945 Großstadt im Krieg" den Bombenangriffen der Alliierten, den Straßenkämpfen zwischen deutschen Truppen und der Roten Armee und der elenden Lage der Bevölkerung - erzählt aus der Perspektive von 41 historischen Persönlichkeiten und Zeitzeugen. Zusätzlich finden an ausgewählten Terminen elf Experten-Vorträge statt.

Schlaglichter

Im Internet beleuchtet das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW) unter dem Titel "Schlaglichter" das Schicksal von Österreichern, die sich in den letzten Kriegswochen in Haft befanden oder Widerstand leisteten. Anhand von persönlichen Beispielen soll so die Bandbreite der Geschehnisse aufgezeigt werden. "1945. Zurück in die Zukunft. 70 Jahre Ende Zweiter Weltkrieg" heißt die Schau im Camineum der Nationalbibliothek, die am 27. April eröffnet. Die von Oliver Rathkolb kuratierte Ausstellung zeichnet mit "teils noch nie gezeigten Dokumenten ein Bild dieses Schlüsseljahres in der jüngeren österreichischen Geschichte".

Das Volkstheater lädt am 7. Mai, dem Tag der Unterzeichnung der Kapitulation, unter dem Titel "Die Stunde Null" zu einer breit angelegten Auseinandersetzung mit dem Thema Kriegsende. In Kooperation mit der Dependance Hundsturm wird deren künstlerischer Leiter Wolfgang Schlag eine breite Gästeschar auf die Bühne bringen, die von Arik Brauer über Christine Nöstlinger bis hin zu den Musikern Binder & Krieglstein und Andi Frenzl (Bauchklang) reicht.

Autorin Evelyn Steinthaler stellt bereits am Dienstag (14. April) ihr neues Werk "Wien 1945. Kriegsende und Aufbruch" im Wien Museum vor. Bei freiem Eintritt spricht sie mit den Zeitzeugen Rudolf Gelbard, einem Überlebenden des Holocaust, der Fotografin Vilma Neuwirth, der Widerstandskämpferin Käthe Sasso sowie dem Wehrmachtsdeserteur Richard Wadani.