Neben der Projektplanung für das Museum sind die Shoah-Stiftungsmitarbeiter in Rom mit Aufklärungskursen für Lehrer, Unterrichtsstunden in den Schulen, Konferenzen und Studienreisen beschäftigt. Sie begleiten Schüler und Politiker. Das Museum ist bereits operativ. Manuel Grander aus Vöcklabruck ist seit dem Vorjahr Gedenkdiener an der Stiftung Museum der Shoah. Entsandt hat ihn der österreichische Auslandsdienst. Der Verein Auslandsdienst schickt jedes Jahr bis zu 30 Österreicher in das Ausland, von Washington bis nach Shanghai, und eben auch nach Rom.

"Mein Tätigkeitsbereich ist sehr vielseitig", erzählt Manuel Grander, "ich durfte bei der Planung und Realisierung unserer Ausstellung mithelfen, die das Thema ,Die Befreiung der Konzentrationslager‘ hatte." Die Ausstellung war im Nationaldenkmal Italiens, der markanten steinernen weißen "Schreibmaschine" auf der Piazza Venezia zu sehen. Auch bei der Planung einer Reise nach Auschwitz half Manuel Grander mit, und begleitete eine Gruppe von 500 Schülern aus ganz Italien in dem Konzentrationslager.

Das Museum der Shoah dient auch als Anlaufstelle für Holocaust Überlebende. "Mit Zeitzeugen zu sprechen, das ist etwas sehr Einprägendes und Bewegendes, was ich sicherlich mein ganzes Leben nicht vergessen werde", sagt Manuel Grander, dem der Gedenkdienst hilft zu verstehen, wie Rassismus und Hass entstehen. "Durch den Gedenkdienst setzt Österreich ein Zeichen, dass wir noch immer an der Vergangenheitsbewältigung mithelfen und dass wir nicht nur Opfer sind, sondern vor allem auch Täter, es ist ein Eingeständnis der Mitschuld am Holocaust. Ich bin fest davon überzeugt, dass es kein besseres Zeichen gibt, als jährlich bis zu 30 Gedenkdiener zu stationieren, die alle dieselbe Nachricht tragen: Niemals wieder."