Bis er seinen eigenen Namen wieder auf der Leinwand lesen durfte, musste Trumbo aber noch bis Ende der Fünfzigerjahre warten, als das Bild von der angeblichen "Roten Gefahr an der Heimatfront" langsam aber sicher seinen Schrecken verlor.

Den Anfang machte der aus k.u.k.-Österreich stammende Regisseur Otto Preminger. Der erkor Trumbo nicht nur aus, Leon Uris’ Bestseller "Exodus" für die Leinwand zu adaptieren, sondern traute sich auch, seinen Namen in den Vorspann zu schreiben. Als ihn ein bisschen später dann Kirk Douglas mit der Adaption des Sklaven-Epos "Spartacus" beauftragte, war der Bann endgültig gebrochen. (Im Film wird fälschlicherweise Douglas als derjenige abgefeiert, der Trumbo wieder salonfähig machte - eine Legende, die der Schauspieler später selbst forcierte.)

Mit der Wahl von John F. Kennedy im Jahr 1960 hatte Hollywoods "Black List" fast zur Gänze ihren Schrecken verloren. Im Gespräch mit der "Wiener Zeitung" bemerkt Historiker Larry Ceplair - der beim Verfassen seiner Trumbo-Biografie maßgeblich von Daltons Sohn Christopher unterstützt wurde, der 2011 verstarb und zuvor bereits eine Doku über seinen Vater veröffentlicht hatte -, dass die Rezeption Trumbos wie die der "Hollywood Ten" im Laufe der Jahrzehnte regelmäßig Wandlungen unterworfen gewesen sei. Tatsache sei zwar gewesen, dass Trumbo von 1943 bis 1948 Mitglied der - nicht verbotenen - Kommunistischen Partei Amerikas gewesen sei und dann noch einmal kurz Mitte der Fünfzigerjahre; aber sein Engagement habe sich in der Regel nur auf linke Rhetorik beschränkt, ein "typischer Salonbolschewist" sei er gewesen.

Zumindest in dieser Hinsicht hätte "Trumbo"-Regisseur Jay
Roach einen guten Job gemacht, indem er Cranstons Trumbo einen fiktiven, nahezu unerhört bodenständigen Charakter namens Arlen Hird (gespielt von Louis CK) zur Seite stellte, der bis zu seinem lungenkrebsbedingten vorzeitigen Ableben die Hauptfigur daran erinnert, dass es mitunter leicht ist, Ideale zu haben, wenn man sich keine Sorgen um die nächste Stromrechnung machen muss.

Der lebenslustige Bauchlinke

Ein lebenslustiger Bauchlinker blieb der echte Dalton Trumbo bis zuletzt. Und aufrichtig, auch wenn das vielen seiner ehemaligen Kollegen gar nicht so passte. In der legendären Rede, die er 1971 anlässlich der Verleihung des "Lifetime Achievement Award" durch die Writer’s Guild hielt - und die den dramaturgischen Höhepunkt wie den Abschluss des Films "Trumbo" bildet -, nahm er auch jene in Schutz, die ihn und seinesgleichen vor dem House Committee denunziert hatten. Laut ihrem prominentesten Leidtragenden seien am Ende alle Opfer der "Black List" gewesen, die Täter wie die Angeklagten. Ein Happy End wie in Hollywood. Larry Ceplairs und Christopher Trumbos "Dalton Trumbo: Blacklisted Hollywood Radical" ist bei der Kentucky University Press erschienen, zählt 703 Seiten und kostet im Versand 40 Dollar.