Wien ist diesen Sommer auch Schauplatz zahlreicher Vorträge und Workshops zum Thema. Im "Zero Waste Lab" in der Brotfabrik im 10. Bezirk können Interessierte nicht nur zuhören und mitdiskutieren, es wird gemeinsam (aus entsorgten Lebensmitteln) gekocht. Dazu gibt es ganz konkrete Workshops zum Thema Knöpfe oder Hygiene.

Refuse, reduce, reuse, recycle, rot - ablehnen, reduzieren, reparieren, recyceln und kompostieren - mit dieser einfachen Abfolge beschreibt Bea Johnson, französische "Zero Waste"-Expertin aus Kalifornien, ihren Weg in ein Leben ohne Müll, das sie mit ihrer Familie seit 2008 führt. Die Fotos ihres Hauses sind stylish, übersichtlich, aber auch ziemlich unterkühlt. Heimelig ist anders. Am 21. September ist Johnson in Wien, um als Abschluss des "Zero Waste Lab" mit Interessierten zu diskutieren. Dass auch der Beitrag jeder Einzelnen zählt, darin sind sich Bea Johnson und Shia Su einig. Zu warten, bis sich Gesetze ändern und die Industrie ihre Produktion umstellt, ist ihnen zu wenig. Und auch, wenn zu befürchten ist, dass der "Zero Waste"-Lebensstil so nicht zur Massenbewegung wird, schärft die Bewegung zumindest das Bewusstsein für ein Thema, das uns früher oder später alle betreffen wird. Es bleibt uns zu wünschen, dass Großmutters Wissen bis dahin nicht ganz in Vergessenheit geraten ist.

Shia Su: "Zero Waste"

Freya Verlag 2016, 160 Seiten, 14,90

"Zero Waste Lab"

Vorträge, Diskussionen und Workshops in der Brotfabrik 1100 Wien. Termine:

25. 6., ab 16 Uhr gemeinsames Kochen bei "Disco-Soup - Taste the Waste"

27. 6., 18.30 Uhr Diskussionspanel zum Thema "Zero Food Waste"

www.zerowasteaustria.at