London. Der Modegeschmack der Queen sorgt immer wieder für Kommentare, beim Pferderennen in Ascot lassen sich Wetten auf ihre Hutfarbe abschließen - doch dass der Stil von Königin Elizabeth II. mehr als nur eine Frage des Geschmacks ist, zeigt ab Samstag eine Ausstellung im Buckingham-Palast. Zu sehen sind 150 Gewänder, vom Taufkleid bis zur leuchtend grünen Kombination zur Feier ihres 90. Geburtstags.

"Fashioning a Reign: 90 Years of Style from the Queen’s Wardrobe", heißt der Titel der Ausstellung mit typisch britischen Wortwitz - Fashioning a Reign kann übersetzt auch "Herrschaft herstellen" bedeuten. Tatsächlich sind Farben und Schnitte der Gewänder aus dem Fundus der Queen stets sorgfältig auf den Anlass abgestimmt.

Die britische Monarchin sei weltweit bekannt dafür, dass sie sich gerne von Kopf bis Fuß in einer einzigen Leuchtfarbe kleide, sagt die Kuratorin der Ausstellung, Caroline De Guitaut. Auf diese Weise sorge sie dafür, "bei wichtigen Anlässen stets gut sichtbar" zu bleiben. Auch ihre Hüte dienen diesem Zweck, wobei diese durchaus mit der Mode gehen. In der Öffentlichkeit ist die Queen nur selten ohne Kopfbedeckung anzutreffen.

Die Kleider der inzwischen 90-Jährigen spiegeln nicht nur ihre Rolle als Oberhaupt des Vereinigten Königreichs und der Commonwealth-Staaten sowie als Oberkommandierende der britischen Streitkräfte wider, sagt De Guitaut. Auch bei Staatsbesuchen legt sie besonderen Wert auf einen vollendeten Auftritt: In Singapur trug sie beispielsweise ein den Temperaturen angemessenes leichtes Kleid mit Blumenmuster, bei ihrem Staatsbesuch 1979 im Nahen Osten zeigte sie sich so bedeckt wie möglich.

"Kleidung kann für Königinnen viel mehr bewirken als für Männer", sagte De Guitaut. Und die Queen sei eine Meisterin darin, diesen Trumpf auszuspielen. Die Ausstellung läuft bis 2. Oktober. Zum ersten Mal gemeinsam zu sehen sind auch das Braut- und das Krönungskleid der Königin sowie das aprikosenfarbene Cocktailkleid, das sie zur Eröffnungszeremonie der Olympischen Sommerspiele 2012 in London trug.