Wien. Auf den ersten Blick ist es nichts Neues: Der österreichische Musikmarkt hat im Vorjahr seine Talfahrt fortgesetzt. Mit einem Umsatz von 137 Millionen Euro fuhr die Branche ein Minus von 4,4 Prozent ein. Zum Vergleich: An der Schwelle zum Internetzeitalter, im Jahr 2000, lag der Umsatz hierzulande noch bei (nicht inflationsbereinigten) 314 Millionen Euro. Seither ist dieser Geldberg durch virtuelle, kostenlose Wege zur Musik mehr und mehr geschrumpft.

Heute bietet das Netz längst legale Wege, um an die gewünschte Kost zu gelangen, und sie werden auch stark genützt: 47 Prozent des Umsatzes kommen nun aus dem digitalen Sektor. Ein genauerer Blick auf den Bereich lohnt, denn die innere Dynamik ist beachtlich. Downloads verlieren deutlich an Beliebtheit: Statt ganze Alben (Umsatzminus: 21 Prozent) oder Songs (minus 16) herunterzuladen, finden immer mehr Kunden ihr Auskommen damit, Musik über Streamingdienste abzuspielen. Diese bieten neben einem kostengünstigen Premium-Zugang oft eine (werbefinanzierte) Gratis-Variante an. Im Vorjahr gelang Portalen wie Spotify hierzulande ein Umsatzplus von 56 Prozent (auf 17,5 Millionen Euro).

Die totgesagte CD ist noch König

Dem gegenüber steht ein Segment konservativer Kunden. Sie sorgten für den Löwenanteil der Erträge: Physische Tonträger erzielten im Vorjahr einen Umsatz von 73,3 Millionen Euro; das Gros davon ist, man staune, der totgesagten CD zu verdanken. Diese befindet sich zwar im Abwärtstrend, bescherte aber immer noch einen Umsatz von 60,2 Millionen Euro. Im Vergleich dazu nehmen sich die Erlöse durch Schallplatten - 7,1 Millionen Euro - zwar bescheiden aus. Dass Vinyl derzeit aber wieder Zuwachsraten erzielt und sich diese in imposante Prozentzahlen gießen lassen (2016: plus 25 Prozent), lässt Hipster und Nostalgiker jubeln.