Wien. (irr) Spät, aber doch regt sich konzertierter Widerstand gegen die Sanierungspläne im Künstlerhaus. 14 Mitglieder der Gesellschaft bildender Künstler greifen in einem offenen Brief ihre Leitung an: Präsident Michael Pilz und Geschäftsführer Peter Zawrel würden autokratisch agieren, heißt es, der geplante Verkauf der Rembrandt-Radierungen aus dem eigenen Besitz wäre bedenklich, die geplante Demontage des Glasdachs über dem Plastikersaal ein Verstoß gegen den Denkmalschutz.

Ausgangspunkt der Pläne ist ein Pakt mit Hans Peter Haselsteiner. Der Unternehmer schultert die Kosten für die lange begehrte Rundumerneuerung des Hauses. Im Gegenzug erhält seine Familienprivatstiftung nicht nur 74 Prozent der Immobilie: Haselsteiner, der auch 60 Prozent an der Sammlung Essl hält, darf künftig auf einem Viertel der Nutzfläche Ausstellungen zeigen. Im Herbst 2018 soll das sanierte Haus eröffnen.

Ausschluss der Kritiker

Die Leitung reagiert unterdessen scharf auf den Protest. Der Brief, unterfertigt von Künstlerinnen wie Ulrike Truger und Ona B sowie ehemaligen Präsidenten wie Manfred Nehrer, sei eine "Agglomeration aus Gerüchten, Lügen, Unterstellungen", sagt Zawrel der APA: Dem rund 500-köpfigen Verein werde auch künftig "niemand ins Programm reden". Zwar sei es richtig, dass der Vorstand den Verkauf der Rembrandt-Radierungen beschlossen habe. Da man keine Sammlung unterhalte, sei dieser Besitz aber nicht nötig. Und zu dem Glasdach heißt es, die Pläne würden in Absprache mit dem Denkmalschutz entwickelt. Beim Gros der Briefschreiber ortet Pilz "gewisse Defizite bis hin zu ihrem Privatleben". Es seien Menschen darunter, die dem Verein schon früher geschadet hätten oder sich nun für verlorenen Einfluss revanchieren wollten. "Das ist endlich ein Grund, dass ich all diese Personen aus der Vereinigung ausschließen werde."