Eisenstadt. Eigentlich hätte nächstes Jahr der "Troubadour" den Römersteinbruch beschallen sollen. Allein, er wird schweigen. Die Opernfestspiele St. Margarethen finden 2018 gar nicht statt. Schuld sei das Land Burgenland, meint der Veranstalter, die Arenaria GmbH. Diese wollte bis Ende des Vormonats (bis dahin hatte sie Optionen auf Künstler) Antwort auf einen Förderantrag, bekam aber keine. "Das Zeitfenster ist zu, die Option vorbei, 2018 wird nicht gespielt", so Manager Karl Wessely.

Ein Rosenkrieg

Die Absage ist die jüngste Blüte im Rosenkrieg zwischen der Politik und den Esterházy-Betrieben, der vor fast zehn Jahren mit einem Rechtsstreit um das Schloss Esterházy begann. Seither haben sich die Fronten zwischen Land und Großgrundbesitzer weiter verhärtet. Als Kollateralschäden dürfen die Haydntage Eisenstadt gelten: Die landesseitig unterstützte Konzertreihe erhielt keine Verlängerung ihres Mietvertrags auf Schloss Esterházy über 2016 hinaus.

Die Opernfestspiele im Steinbruch werden seit 2014 von der Esterházy-Tochter Arenaria veranstaltet. Die Firma suchte seither beim Land jährlich um Zuschüsse an - biss aber stets auf Granit. Esterházy klagte dagegen und bekam heuer im Jänner recht: Es verstoße gegen den Gleichheitsgrundsatz, andere Festspiele zu fördern, dies St. Margarethen aber mit Verweis auf Geldmangel zu verwehren. Das Land ging in Berufung.

Hätten die Esterházy-Betriebe das Festival nicht noch ein Jahr allein schultern können? Ziehen sie den Stecker in Wahrheit aufgrund von roten Zahlen, wollen aber "das Bummerl dem Land zuschieben", wie dieses glaubt? Wessely räumt ein, dass heuer weniger als 100.000 Gäste kommen. Man würde aber (vorerst) Schluss machen, weil die "ideelle und finanzielle Unterstützung" des Landes fehle.