Abgang: Nicolaus Schafhausen nimmt den Hut. - © Kunsthalle Wien
Abgang: Nicolaus Schafhausen nimmt den Hut. - © Kunsthalle Wien

Wien. Nicolaus Schafhausen kehrt der Kunsthalle Wien vorzeitig den Rücken. An sich bis ins Jahr 2022 verpflichtet, wird er den Direktorensessel bereits Ende März 2019 räumen. Als Grund nennt er die neue Regierung. "Die Wirkungsmächtigkeit von Kunst ist in Zeiten nationalistischer Politik stark eingeschränkt", teilt Schafhausen in einer Presse-Aussendung mit. Über seine Zukunft macht er vage Angaben: Er werde "Herausforderungen außerhalb der gängigen Formen von Institutionen suchen" und freue sich darauf.

Tatsächlich gilt der deutsche Kunst-Manager in Wien als umstritten. 2012 hat er die Leitung der Kunsthalle von Gerald Matt übernommen - der schillernde Vorgänger war aufgrund verschiedener Vorwürfe, die sich strafrechtlich nie verdichteten, zurückgetreten. Der Nachfolger setzte auf ein konzeptlastiges Programm, konnte damit aber nicht an die Strahlkraft der Ära Matt anknüpfen. 2014 hätte Schafhausen Kurator der Bukarester Biennale sein sollen, zog sich aufgrund zahlreicher Differenzen aber kurzfristig zurück.

Dass sein jetziger Rücktritt
krisenbedingt sei, stellt die Aussendung in Abrede: "Ich habe mich (. . .) entschlossen aufzuhören, wenn es am schönsten ist."