Tokio. Die Weddingplaner hatten schon Ideen für Blumengestecke und das Festmahl gesammelt, eine denkwürdige Zeremonie im pittoresken japanischen Herbst hätte es werden können. Schließlich wollte Japans Prinzessin Mako, die älteste Enkelin von Kaiser Akihito, im November ihren Uni-Freund Kei Komuro heiraten. Aber im Februar, einen Monat vor einer anstehenden Verlobungsfeier, wurden plötzlich alle Pläne aufgeschoben. "Voreilig" sei man gewesen, hieß es aus Kreisen der Familie, man wolle "gründlicher nachdenken".

Nun lassen Medienberichte durchblicken, dass die offizielle Verzögerung wohl eher das Ende des Vorhabens bedeuten könnte. Obwohl die Kaiserfamilie den meisten Japanern eher unwichtig ist, beschäftigt der Fall das ostasiatische Land. Denn er wirft Fragen über das höchste Adelsgeschlecht auf, das sich ohnehin gerade in einer Umbruchzeit befindet. So hatte es bei Makos Hochzeitsaufschiebung zunächst geheißen, dies habe damit zu tun, dass im April 2019 die Übergabe des Kaiserthrons ansteht. Der 84-jährige Akihito wird dann den Platz für seinen 58-jährigen Sohn Naruhito räumen. Doch bekräftigen die jüngsten Berichte die Vermutung, dass eher das bürgerliche Dasein des Bräutigams von Mako ein Problem darstellt.

Die Sache ist schnell erklärt: Anders als Männer verlieren laut japanischem Recht Frauen, die einen Bürgerlichen heiraten, ihren kaiserlichen Status. Mit ihrem Ja-Wort wäre die 26-jährige Mako also keine Prinzessin mehr, könnte fortan wählen, müsste Steuern zahlen und sich mit ihrem Mann ohne staatlich gesponsertem Diener darüber einigen, wer die Einkäufe erledigt und die Wäsche aufhängt. Die Erste, die auf kaiserliche Privilegien verzichtet, wäre Mako zwar nicht. Vor vier Jahren heiratete Prinzessin Noriko einen Priester der japanischen Naturreligion Shinto, 2005 verließ Prinzessin Sayako den Hof für ein Leben mit einem Beamten.

Tugenden der Elite

Doch im Fall von Mako scheint die Partnerwahl aus zunächst nicht ganz durchsichtigen Gründen heikel. Mako und der bürgerliche Kei Komuro kennen sich von der Uni in Tokio und haben nach ihren Bachelor-Abschlüssen jeweils weitere Studiengänge belegt. Während Mako für Museum Studies ins schottische Edinburgh ging, wollte Kei Anwalt werden und plant die Ausbildung nun in den USA abzuschließen. Für die anfallenden Kosten lieh sich Komuros Mutter von deren Ex-Partner Geld, das sie offenbar noch nicht ganz zurückgezahlt hat. Nun heißt es, solche Verpflichtungen müssten aus der Welt geschafft sein, ehe ein Mann um die Hand einer Prinzessin anhalte.