Wien. (pat) Die Oppositionsparteien SPÖ, Neos und Liste Pilz haben zu einem öffentlichen Kulturausschuss geladen - bei dem indes ein Platz frei blieb. Kulturminister Gernot Blümel (ÖVP) war bei der Sitzung im Ausweichquartier des Parlaments nicht anwesend. Blümel ist derzeit auf Dienstreise im Westbalkan, im Vorfeld des Referendums in Mazedonien kommenden Sonntag. "Respekt und Wertschätzung gegenüber dem Parlament sind für Bundesminister Gernot Blümel selbstverständlich", heißt es dazu in einer Stellungnahme aus dem Ministerbüro, "alleine seit Beginn dieses Jahres war er bei 20 Terminen im Parlament."

Die Kulturpolitik werde von der neuen Regierung stiefmütterlich behandelt, so der Hauptvorwurf der außerordentlichen Sitzung. 2018 konnte demnach erst eine Sitzung des Kulturausschusses stattfinden und nicht wie üblich vier bis fünf pro Jahr. Auf Anfrage heißt es dazu aus dem Ministerbüro, dass bereits ein Termin für den nächsten Kulturausschuss angeboten wurde, man warte auf Bestätigung seitens der Opposition.

Auf der Tagesordnung der außerordentlichen Kultursitzung stand die Neuordnung der Bundesmuseen, nach den Entwürfen des seit längerem bekannten "Weißbuch der Bundesmuseen". Auch die fehlenden Kollektivverträge für die Angestellten der Bundesmuseen wurden angesprochen. Nichts weniger als eine Reform der Künstlerförderung soll, geht es nach den Oppositionsparteien, eine Bundeskunststiftung nach Schweizer Vorbild ermöglichen. Abschließend wurde mit der anstehenden Reform des Bundesdenkmalamts ein weiteres virulentes Thema angesprochen.

Bei Sitzungsende blieben notgedrungen alle Fragen offen, die Anträge wurden vertagt.