Dass man manchmal auch - vor allem in Klatschmagazinen - noch Titeln begegnet, die per Gesetz aufgehoben wurden, ist eine andere Geschichte. Wie bei einem Artikel über die Modelkarriere von Eleonore, der Tochter von Karl Habsburg, von einer österreichischen Illustrierten forsch als Erzherzogin angesprochen.

Schöne Leichen

Das erfreut sicher jene, die sich alljährlich in Bad Ischl einem anderen kuriosen Relikt der k.u.k. Monarchie hingeben: der Feier des Geburtstags von Franz Joseph I. inklusive Schützenkompanien,Dragonern und backenbärtigem Kaiserdarsteller. In Bad Ischl hat Franz Joseph I. 1914 übrigens die Kriegserklärung gegen Serbien unterzeichnet. Das ficht Monarchisten, Nostalgiker und den ein oder anderen japanischen Touristen nicht an, die mit dem historischen Kaiserzug anreisen.

Dass es hierzulande zum Traditionsbrimborium des "alten Österreich" durchaus noch eine Affinität gibt, zeigte das Begräbnis von Otto Habsburg im Juli 2011. Einen stattlichen Marktanteil von 45 Prozent erreichte die ORF-Übertragung der berühmten Klopfzeremonie, fast eine halbe Million Zuseher wollten so etwas ein wahrscheinlich letztes Mal sehen. Aber dass man sich in Wien nicht so leicht um eine "schene Leich‘" betrügen lässt, ist auch klar: Einen ausgezeichneten Ersatz für ein Kaiserbegräbnis bieten die vergleichbar ritualreichen Trauerfeiern für Burgschauspieler. Kein Wunder, sind sie auch ein Erbe der Monarchie - die Ehrenmitgliedschaft war als Ersatz für den einstigen Titel des Hofschauspielers gedacht. 1922 wurde sie für besonders verdienstvolle Darsteller ins Leben gerufen. Noch 2009 wurde Heinrich Schweigers Sarg zu den Klängen der alten Kaiserhymne ums Burgtheater getragen.

Etwas handfester sind ganz andere Relikte der Monarchie im Wiener Stadtbild: die da und dort noch anzutreffenden Straßenwaagen. Sie wurden 1888 zum 40-jährigen Thronjubiläum Franz Josephs aufgestellt - und läuteten die damals topmoderne Ära der Münzautomaten ein. Dass sie mit den rigiden Ernährungsvorstellungen seiner Gattin Elisabeth zu tun hatten, ist freilich eine Legende. Jedenfalls sind sie praktisch, vor allem, wenn man bedenkt, was die wohl nachhaltigsten Überbleibsel der Donaumonarchie sind: jene kulinarischer Natur, vom böhmischen Knödel bis zum ungarischen Gulasch.