R. Kelly - © afp
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Die Geister der Vergangenheit holen R. Kelly ein. Zwar sind die Missbrauchsvorwürfe gegen den Musiker seit Jahren bekannt und haben immer wieder Gerichte beschäftigt. Nun aber könnten sie die Existenz des Mannes vernichten, der mit bürgerlichem Namen Robert Sylvester Kelly heißt und hierzulande für den Hit "I Believe I Can Fly" bekannt ist. Seit Neujahr strahlt der US-Fernsehsender Lifetime in sechs Folgen eine Dokumentation namens "Surviving R. Kelly" aus, die den mutmaßlichen Opfern ein breites Forum bietet. 

Kelly selbst hat die Anwürfe stets bestritten und sieht sich von einer Rufmord-Kampagne verfolgt. Die Anklägerinnen behaupten freilich anderes: Kelly habe sie emotional oder sexuell missbraucht, viele von ihnen schon im Teenager-Alter. Dabei soll der Musiker phasenweise einen Herrscherkult inszeniert haben: Er habe Frauen in verschiedenen Anwesen festgehalten und dort so sehr kontrolliert, dass sie ihn selbst für den Gang zur Toilette um Erlaubnis bitten mussten.

"Ich wünsche, dass er eine Art gesellschaftlichen Tod erlebt", erklärte Dream Hampton, leitende Produzentin der Fernsehserie, der "New York Times". Dieser Traum könnte sich erfüllen: Das Kesseltreiben gegen Kelly hat die Sozialen Medien erfasst, Show-Größen gehen auf Abstand. So etwa John Legend, der als einziger Musikerkollege in der Dokumentation auftrat; er nennt Kelly auf Twitter einen "Serien-Kinderschänder". Das Model Cara Delevingne beschimpft den gefallenen Star als Monster. Lady Gagaentschuldigt sich bei ihren Fans dafür, mit Kelly 2013 ein Lied aufgenommen zu haben. Sie will den Song, der pikanterweise "Do What U Want (With My Body)" heißt, aus Streaming-Diensten löschen lassen. Wie tmz.com meldet, sind am Donnerstagmorgen Polizisten bei Kelly aufgetaucht, der ungeachtet der Stimmungslage seinen Geburtstag begoss. Das Gerücht, dass gegen ihn ein Haftbefehl vorliege, habe sich aber als falsch erwiesen, die Cops ließen Kelly weiterfeiern.Fotos:afp