Ein kleines Bauprojekt lässt in Salzburg seit Wochen die Wogen hochgehen: Das über die Grenzen der Stadt bekannte Mozarteum soll durch einen Zubau erweitert werden. Geht es nach den Entwürfen der Architekten und dem Willen der Stiftung Mozarteum, soll ein Kubus aus Glas und Stahl das Pausenfoyer erweitern und gleichzeitig das Konzerthaus mit dem Studientrakt verbinden.

"Das Siegerprojekt überzeugt mit einem Konzept, das den Raum zwischen den Bestandsgebäuden für Licht und Durchblicke öffnet und die historischen Fassaden atmosphärisch in das neue Ambiente einbezieht", erklärt Marie Therese Harnoncourt-Fuchs, Jury-Vorsitzende und Architektin. Auch spricht sie von einem "Meilenstein" in der Geschichte des Hauses. Doch kein Zubau ohne Abriss: Ein Zwischentrakt aus der Entstehungszeit des Gebäudes, der so wie der gesamte Bau auch unter Denkmalschutz steht, soll dafür weichen. In drei Jahren sollen die Bauarbeiten beginnen. Bis zu 10 Millionen Euro sollen die Erweiterungen kosten.

Politiker im Gleichklang

Der Salzburger Bürgermeister Harald Preuner (ÖVP) kann dem Vorhaben nur Positives abgewinnen. "Die vorliegenden Pläne wurden auch vom Stadtsenat gutgeheißen", sagt er gegenüber der "Wiener Zeitung". Diesem gehören neben seiner Partei auch die SPÖ, die FPÖ, die Bürgerliste/Grünen und die Neos an. Harald Preuner: "Es wird davon ausgegangen, dass der hochwertige Neubau mit dem Weltkulturerbestatus der Stadt im Einklang steht."

Für Bernhard Auinger, Bürgermeister-Stellvertreter (SPÖ), sind die vorliegenden Pläne sensibel ausgeführt. "Sie gehen klug mit der bestehenden Substanz um, gleichzeitig orientieren sie sich an den Erfordernissen aus der Nutzung des Hauses." Günter Eckersdorfer (Neos): "Ein großes, lichtdurchflutetes Pausenfoyer, das den Garten und die Bastei sichtbar macht, stellt ein tolles und ambitioniertes Projekt dar." Nicht nur die Stadtpolitiker auch Eva Hody, Landeskonservatorin von Salzburg, befürwortet die präsentierten Pläne. "Der geplante Umbau fügt sich in den bestehenden Bau harmonisch ein und bildet mit den alten Bauten eine Einheit." In einer zeitgemäßen Formensprache schaffe er das, was der Altbestand nicht geschaffen habe, ist die Architektin überzeugt.

Kritik aus Fachkreisen erntete die Landeskonservatorin für ihre erste Begutachtung des Gebäudes bereits im Jahre 2017. Viele werfen ihr geringes Fachwissen vor. Eva Hody verteidigt ihre Entscheidung: "Ich wollte damit nur einen Rahmen vorgegeben, innerhalb dessen eine Adaptierung möglich ist." Als eine Freigabe oder eine Genehmigung versteht sie diese daher nicht. Sie sieht darin nur eine Formulierung, damit eine Wettbewerbsausschreibung überhaupt beginnen konnte. Auch verweist die Architektin auf das Denkmalschutzgesetz, dass es wirtschaftliche sowie Nutzungsgründe für eine Veränderung am Denkmal geben kann. Zeitgemäße Baukultur müsse den historischen Bestand respektieren und moderne Zubauten zulassen, so die Landeskonservatorin.