Der brasilianische Schriftsteller Jorge Amado, der als einer der größten Schriftsteller Lateinamerikas galt, ist am Montag im Alter von 89 Jahren an Herzversagen gestorben. Amado lebte in Salvador de Bahia mit seiner Ehefrau Zelia Gattai.

Jorge Amado schrieb immer volkstümlich. Seine Werke wirkten auch auf Menschen anziehend, die sonst kaum zu Büchern greifen. Anna Seghers nannte ihn einen "brasilianischen Balzac".

Am 10. August 1912 in Ilheus (Bahia) geboren, kam er über Jesuitenschule, Landarbeit, Journalismus und Jurastudium zur Literatur. Die ersten Werke (am Anfang stand 1931 "O Pais do Carnaval") waren von seiner Zugehörigkeit zur Kommunistischen Partei geprägt. In späteren Jahren milderte er die harte Sozialkritik aus "Jubiaba" oder "Capitaes da Areia" ("Herren des Strandes") zu Gunsten einer differenzierten Schilderung der Charaktere.

Nach Jahren der Aktivität in der Kommunistischen Partei Brasiliens (1951 erhielt er den Lenin-Friedenspreis) zog sich Amado 1956 von der Politik zurück. "Ich habe mich für das Schreiben, für die Literatur entschieden", sagte er rückblickend.

Seine Romane mit ihrer Schilderung der Menschen und vielfältigen Kulturen Brasiliens wurden in rund 50 Sprachen übersetzt und oft internationale Bestseller. Auch TV- und Kino-Verfilmungen machten seine Romanfiguren berühmt. Einen seiner größten Erfolge feierte er 1958 mit "Gabriela wie Zimt und Nelken".

Seit 1961 war er Mitglied der Brasilianischen Akademie der Literatur.