Bahnbrechend waren dabei seine Erkenntnisse über die Spielweise der Barockvioline und speziell über die Kunst der freien Auszierungen. In zahlreichen Schriften und Meisterkursen hat er dieses Wissen weitergegeben.

1966 gründete Melkus die Capella Academica, ein Originalklangensemble auf der Basis einer Privatsammlung alter Streichinstrumente, die auf Grund seiner Initiative von der (damaligen) Akademie für Musik und darstellende Kunst in Wien erworben werden konnte.

Widmung von Wellesz

An der heutigen Musikuniversität war Melkus seit 1958 bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1996 als Professor für Violine und historische Aufführungspraxis tätig; 1982 übernahm er dort zusätzlich die Leitung des Instituts für Wiener Klangstil.

Der Künstler war aber auch anderen Stilrichtungen durchaus aufgeschlossen; so brachte er 1962 das ihm gewidmete Violinkonzert op. 84 von Egon Wellesz zur Uraufführung.

Melkus ist weiterhin als Geiger mit seinen Ensembles aktiv tätig. So etwa kürzlich mit Schuberts Streichquartett in Es-Dur und dem Oktett auf Schloss Atzenbrugg, der stimmungsvollen, vorbildlich restaurierten Schubert-Gedenkstätte im Tullnerfeld. Oder in der neuen Saison abermals mit seinem Zyklus "Musik und bildende Kunst" im Kunsthistorischen Museum, wo Meisterwerke der Sammlung erläutert und mit passender Musik konfrontiert werden.

Wir wünschen weiterhin viel Freude mit Musik!