• vom 28.01.2003, 00:00 Uhr

Kultur

Update: 08.04.2005, 09:32 Uhr

Das Festival Klangbogen Wien 2003

Lust, Macht, Begierde




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Drei Opernproduktionen, eine fünfstündige "Beethoven-Akademie", zahlreiche Konzerte, ein neuer Heltau-Abend sowie ein dreiteiliges, von Hermann Beil konzipiertes "Wort. Traum.Musik"-Projekt im Schauspielhaus - das erwartet die Besucher des Festivals Klangbogen Wien 2003 zwischen 15. Juli und 19. August. Das heuer unter dem vieldeutigen Motto "Lust Macht Begierde" stehende Programm, das gestern, Montag, von Musikintendant Roland Geyer präsentiert wurde, wird erstmals mit einer Opernpremiere eröffnet: Im Theater an der Wien wird "Macbeth" gezeigt - nicht in der berühmten Version von Verdi, sondern als Oper des Schweizers Ernest Bloch, die in der englischen Fassung erstmals in Europa zu sehen sein wird (Regie: Keith Warner).


"Das Theater an der Wien ist praktisch das Festspielhaus des Klangbogens", meinte Geyer. Die Tatsache, dass hier neben einer zweiten szenischen Produktion (Mozarts "Idomeneo" hat am 2. August Premiere) auch einige Konzerte angesetzt sind (etwa der A-capella-Abend "Six in search of an opera" mit den "King's Singers" am 22. Juli oder ein Mozart-Konzert mit Rudolf Buchbinder, Julian Rachlin und Mitgliedern der Wiener Philharmoniker am 23. Juli), möchte Geyer nicht als Plädoyer für eine verstärkte Konzertnutzung des Hauses verstanden wissen.

Dass Geyer das Theater an der Wien künftig sowohl als Mozart-Haus wie auch als Beethoven-Haus sieht, macht er 2003 mit zwei Projekten deutlich: Mit "Idomeneo" produziert der Klangbogen erstmals selbst eine Mozart-Oper im Theater an der Wien - Bertrand de Billy dirigiert das RSO Wien (das unter Shao-Chia Lü auch "Macbeth" spielt), Regisseur Nicolas Brieger plant "keine historische Darstellung, eher zeitlos, fast ins konkret Heutige gehend" (Geyer), ein fünfstündiges Unternehmen rekonstruiert am 10. August ab 17 Uhr die große "Beethoven-Akademie" von 1808.

Die dritte szenische Produktion des Festivals 2003, das wie im Vorjahr mit 4 Mill. Euro budgetiert und rund 30.000 Zuschauer erwartet, gilt der letzten Oper des Komponisten Gerhard Schedl, der sich Ende 2000 das Leben nahm. "Julie & Jean", ein "Match in zwölf Runden" nach Motiven aus Strindbergs "Fräulein Julie" inszeniert G. H. Seebach als Koproduktion mit dem Salzburger Landestheater. Die von Peter Keuschnig dirigierte Uraufführung findet am 4. August im Semper-Depot statt, ab Herbst ist die Produktion im Salzburger republic zu sehen. "Es wäre sicher zur großen Freude Schedls gewesen, hätte er eine Uraufführung seiner Oper in Wien erlebt", meinte Salzburgs Landestheater-Intendant (und Auftraggeber der Oper) Lutz Hochstraate, "also sind wir zurückgetreten."

Das Klangbogen-Abschluss-Konzert am 4. September findet im Musikverein statt: Vokal-Star Bobby McFerrin singt und spielt mit den Wiener Philharmonikern.



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Dokument erstellt am 2003-01-28 00:00:00
Letzte Änderung am 2005-04-08 09:32:00

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