Wien. Der deutsche Übersetzer und Autor Carl Weissner ist völlig unerwartet im Alter von 71 Jahren in Mannheim gestorben. Das gab der Milena Verlag in einer Aussendung bekannt.

Carl Weissner hatte sich zeit seines Lebens dem literarischen Underground
verschrieben: Mit einem Fulbright-Stipendium erforschte er die
literarische Alternativszene in New York und San Francisco, gab gemeinsam
mit Jörg Fauser und Jürgen Ploog  Underground-Zeitschriften heraus
und übersetzte William S. Burroughs, Nelson Algren, Allen Ginsberg, J.G. Ballard, Andy Warhol, Bob Dylan, Frank Zappa und viele andere mehr. Außerdem übersetzte Weissner die Werke von Charles Bukowski und verlieh ihnen seine markante deutsche Stimme verliehen. Und er verhalf seinem Freund Bukowski als Literaturagent zum internationalen Durchbruch.

"Carl Weissners Werk und Leben waren von seltener Ehrlichkeit und
Kompromisslosigkeit geprägt. Er war einer, der sich nicht davor scheute,
die Dinge beim Namen zu nennen, sich nicht mit Plattitüden zufriedengab
und stets ein kritisches Wort für den oft selbstreferenziellen
Literaturbetrieb übrig hatte", heißt es in der Aussendung weiter. Im Milena-Verlag sind übrigens Weissners einzige zwei literarische Arbeiten in
deutscher Sprache erschienen. Die zwei furiosen Romane: "Manhattan Muffdiver" (2010) und  "Die Abenteuer von Trashman" (2011).