Eine Woche nach Weihnachten steht das nächste heidnische Fest im Kalender: Neujahr. Seit der Antike gefeiert - und das weltweit, also auch in Gesellschaften, die mit der westlichen Zivilisation nichts zu tun haben. In China etwa ist Neujahr das höchste Fest des Jahres. In unseren Breiten ist es der seltene Fall eines heidnischen Fests, das nicht von der Kirche okkupiert wurde. Offenbar war die Verdrängung des Sonnengottes wichtiger, und Weihnachten war nicht schon eine Woche später zu toppen.

Blutige Geburtstagsfeiern heidnischer Herrscher

Und damit zurück zum Geburtstagsfest Jesu: Dessen heidnische Ursprünge führten im England des 17. Jahrhunderts zu einem Verbot von Weihnachtsfeiern, und ein Kevin, der am 25. Dezember nicht zur Arbeit gegangen wäre, hätte gar eine Bestrafung riskiert. Doch heute hat unser Kevin Ferien und wird beschenkt, und was er jetzt nicht bekommt, kriegt er vielleicht zu seinem Geburtstag. Womit Kevin übrigens nochmals Glück hat, dass er in der heutigen Zeit lebt, denn in früheren Jahrhunderten galt der Geburtstag in christlichen Regionen aus biblischen Gründen gar nichts.

Die Bibel nämlich erwähnt nur zwei Geburtstagsfeiern - und die sind heidnischen Herrschern vorbehalten: die des Pharao, der sie mit einem Freispruch und einer Hinrichtung begeht, und die des Herodes Antipas, während der Herodes’ Stieftochter Salome die Enthauptung Johannes’ des Täufers durchsetzt. Damit sind Geburtstage für wahre Christen mit heidnischen Grausamkeiten verbunden - und obendrein mit den orgiastischen Geburtstagsfeiern heidnischer römischer Potentaten und Patrizier, die mit ihren Geburtstagsfeiern jenen Geist ehren, der ihren Glaubensvorstellun-
gen zufolge bei der Geburt anwesend ist.

Die Geburtstagsfeier verbreitete sich im 19. Jahrhundert im protestantischen Raum, während Katholiken lieber den mittlerweile aus der Mode gekommenen Namenstag feierten - und damit den Heiligen, der als Namenspatron fungiert. Dass nun gerade er mit der Bibel rein gar nichts zu tun hat, interessiert Kevin, der eben irgendeine Konsole von Nintendo begehrt, überhaupt nicht. Wie ihn ja auch Jesus nicht interessiert, sondern nur der materielle Aspekt von Weihnachten. Kevin steht diesbezüglich nicht alleine da. Fast scheint es, als sei dieses von Menschen erfundene Fest ein ganz menschlicher Irrtum.