Die Kinderfreunde Oberösterreich haben einen neuen Stolperstein auf dem Weg zur Geschlechtergleichstellung ausgemacht: die Faschingskostüme der Kinder. Viel zu viel Pink, überall Prinzessinnen, Cowboys und Piraten.

Das geht so nicht! Damit werden "Rollenklischees auch im Fasching fortgeschrieben", so die Kinderfreunde, die fordern, der "Pinkifizierung im Fasching" Einhalt zu gebieten. Sie wollen nun in Elterngesprächen darauf hinweisen, dass der Grund für die Verkleidungswünsche darin zu suchen sei, dass die Eltern den Kindern Geschlechterstereotype vorleben. Vielmehr sollten die Eltern den Kindern vorschlagen, sich doch als "Kranfahrerin und Krankenpfleger" zu verkleiden.

Nun kann man durchaus der Ansicht sein, dass beim Kinderfasching mehr Kreativität in der Wahl des Kostüms wünschenswert wäre. Man kann auch darüber diskutieren, ob man wirklich eines der fünf Standardkostüme am Diskonter-Wühltisch kaufen muss, statt einen netten Bastelnachmittag für ein individuelles Kostüm abzuhalten. Allerdings muss man sich sicher nicht vorhalten lassen, Geschlechterklischees zu fördern, wenn man dem Kind den Wunsch, sich als Fee oder Prinzessin zu verkleiden, nicht abschlägt. Das wäre nämlich die Alternative: den Kinderwunsch zu ignorieren
und ihm ein politisch genehmes Kostüm aufs Auge zu drücken - egal ob es das nun will oder nicht. Manchmal muss man sich über das Ausmaß der Regelmentierungslust in diesem Land wirklich wundern - auch wenn das grundsätzliche Anliegen, grundlegende Klischees aufzubrechen, an sich löblich ist.