Wien. Irgendwie sind schon die Cover ein Programm: Auf dem der Benjamin-Britten-Biografie prangt der Big Ben (Hinweis: Großbritannien), eine Muschel (Hinweis: Hat mit dem Meer zu tun) und eine leicht laszive Frau (nun ja, es gibt immerhin Frauenrollen in Brittens Opern...).

Der Inhalt macht dann sicher: Die in Wien lebende russische Dirigentin und Musikwissenschafterin will gar keine normale Biografie schreiben. Einzelne Fakten aus dem Leben werden mit Assoziationsmaterial aufgefettet. Nicht die lexikalische Information zählt, sondern das Kuriose, das Auffällige, das Andere: Die Kinderoper "Noahs Flut" beispielsweise wird nicht anhand ihrer Handlung vorgestellt (die kann man, sollte man sie unvorstellbarerweise nicht kennen, ohnedies in der Bibel nachlesen), sondern mit den Schlagwörtern "Holzlöffel, aufgehängte Tassen und Trinkbecher" - was Britten verwendet, um die Regentropfen klingen zu lassen. Irgendwie passt auch das Bildmaterial dazu, das klare Bilder mit Verwaschenem und Verpixeltem kombiniert.

Auf solche wild assoziative, etwas trashige und sympathisch verrückte Weise behandelt Galina Kroutikova Komponisten wie Borodin, Gluck, Lully, Mussorgski, Schostakowitsch, Richard Strauss, Wagner und viele andere mehr. Zu beziehen über die Pension Mozart, www.pension-mozart.at.