• vom 16.05.2014, 15:52 Uhr

Kultur


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Ist Pereira zu Recht im Zwielicht?




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Von Edwin Baumgartner

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Der in Richtung Scala scheidende Intendant der Salzburger Festspiele ist wieder in den Schlagzeilen: Alexander Pereira weht in Mailand der scharfe Wind der Demütigung ins Gesicht.


Was geschehen ist? - Ich gestatte mir eine Vereinfachung (und überlasse die Details Christoph Irrgeher auf Seite 29): Pereira stopfte das Salzburger Budget-Loch, indem er vier Produktionen an die Scala verkaufte. Sozusagen wurde der Salzburg-Chef Alexander Pereira mit dem Scala-Chef Alexander Pereira handelseins. Von Pereira zu Pereira versteht man sich halt.

Ganz persönlich: Ich glaube, dass Pereira für Salzburg in geistigem Hintergrund und Auftreten der richtige Mann gewesen wäre, sich aber durch die kulinarische Megalomanie angreifbar machte. Ich bin überzeugt, dass die Scala unter seiner Leitung nur gewinnen kann. Ebenso bin ich überzeugt, dass die Optik des Handels eine schiere Katastrophe ist.

Aber eben nur die Optik.

Denn weshalb sollte ein Opern-, Theater- oder Festspielchef nicht Produktionen, die er für besonders geglückt hält, an seine neue Wirkungsstätte mitnehmen? Ein reiner "Fall Pereira" ist das keineswegs in unseren koproduktionsfreudigen Zeiten.

Doch die Sache hat noch einen weiteren Aspekt: Die Scala verkürzt die Laufzeit von Pereiras Vertrag von sechs Jahren auf 15 Monate. Danach darf sich Pereira nochmals bewerben. Sozusagen Bewährung für den Intendanten. Ein beispielloses, demütigendes Vorgehen. Und Pereira, einst strahlendster Stern am europäischen Intendantenhimmel, stimmt zu. Wie verzweifelt muss der Mann sein..?




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Dokument erstellt am 2014-05-16 15:56:04


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