Wien. Staatsoperndirektor Dominique Meyer kann das ungeliebte Kinderopern-Zelt auf der Dachterrasse abbauen: Die Kinderoper der Staatsoper zieht im Herbst 2015 ins Stadttheater Walfischgasse um. Dessen Intendantin Anita Ammersfeld legt ihre Funktion zurück. Nach Gesprächen mit Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) und Staatsoperndirektor Dominique Meyer habe sie sich dazu entschlossen, "im Herbst nächsten Jahres von meinem Theater Abschied zu nehmen, das Theater an die Wiener Staatsoper zu vermieten und es in deren sichere Hände zu geben". Die Staatsoper gewinnt einerseits mehr Sitzplätze bei Kinderproduktionen, andererseits trennt sie damit aber, zwar nur räumlich, aber auch mit einer Wirkung, die als symbolisch verstanden werden kann, Haupthaus und Kinderopernhaus.

Gesicherte Existenz

Anita Ammersfeld argumentiert: "Nach 31 Eigenproduktionen und mehr als 2000 Vorstellungen mit über 400.000 Besuchern war nun der Zeitpunkt gekommen, mir Gedanken zu machen, wie ich die Existenz des Hauses künftig und nachhaltig in künstlerischer und finanzieller Hinsicht sichern kann." Diese Sicherung glaubt sie, durch die Vermietung des Stadttheaters an die Staatsoper zu gewährleisten. Meyer ist erfreut, für die Kinderoper nun rund 250 Plätze gegenüber 140 im Kinderopernzelt anbieten zu können, und das in einem Theater mit aller notwendigen Infrastruktur.

Eine finanzielle Belastung soll die neue Spielstätte für die Staatsoper nicht sein. Durch die Schließung des Staatsopernmuseums sind Gelder vorhanden, weiters rechnet man mit Mehreinnahmen durch das größere Platzangebot sowie mit Untervermietungen. Die 300.000 Euro umfassende Subvention der Stadt Wien, die bisher dem stadtTheater walfischgasse zugute kam, wird von der Stadt Wien ab 2016 zur Förderung anderer Projekte verwendet.