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Wien. "Die vornehmste Aufgabe des Menschen ist, andere Menschen zu begleiten." Das war das Credo von Lona Chernel. Geboren am 29. März 1928 in Wien, absolvierte sie eine Ausbildung zur Schauspielerin. Trotz zahlreicher Bühnenauftritte ist sie am besten im Gedächtnis als Joes Mutter in der Fernsehserie "Der Sonne entgegen": Die Ausstrahlung einer gut geerdeten Frau mit nicht anzukratzendem Optimismus war hier wie stets ihr Markenzeichen.

Nachdem sie ihre Bühnenlaufbahn weitestgehend beendet hatte, schrieb Lona Chernel Jahrzehnte lang Theaterkritiken für die "Wiener Zeitung" - doch nicht etwa die Großbühnen reklamierte sie für ihren Tätigkeitsbereich, sondern die kleinen, die man auch dann "Kellertheater" nannte, wenn man sie ebenerdig betreten konnte.

Lona Chernels Kritiken musste man zu lesen verstehen: Das Negative verbarg sie im Ungesagten, das Gelungene hob sie hervor. Und sie hatte eine untrügliche Nase für schauspielerische Begabungen. So machte sie als eine der Ersten auf Alfons Haider und auf Marcus Strahl aufmerksam. Bis ins hohe Alter blieb sie den Bühnen und ihren Schauspielern verbunden.

In der Nacht auf den 15. Mai ist Lona Chernel im 87. Lebensjahr im Schlaf gestorben.