• vom 17.05.2008, 15:06 Uhr

Kultur

Update: 21.07.2013, 16:03 Uhr

Fairlag

Wikipedia gewinnt gegen Zuschussverlag




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Von Gerald Jatzek / WZ Online

  • Mit einer Klage gegen den gemeinnützigen Verein Wikimedia e.V. hat die Frankfurter Verlagsgruppe versucht, einen kritischen Eintrag aus der Online-Enyklopädie zu entfernen und ist damit vor dem Landgericht Köln gescheitert.

Wikimedia wird das freie Wort nicht verboten. - © Wikimedia

Wikimedia wird das freie Wort nicht verboten. © Wikimedia

In den inkriminierten Textstellen wird auf die Praxis der Unternehmen der Frankfurter Verlagsgruppe, Bezug genommen, von Autoren Zuschüsse für den Druck zu verlangen.


Im Gegensatz zu klassischen Publikumsverlagen zahlen die Autoren Zuschüsse und finanzieren damit die Veröffentlichung ihres Werkes selbst. Die Klägerin hielt die Äußerungen, die sich unter anderem auf Vorwürfe durch den Autorenhaus Verlag und einen Bericht der ZDF-Sendung WISO bezogen, für unzulässig und hat unter anderem mit der Begründung Klage erhoben, dass der Wikimedia Deutschland e.V. und der Admin-C der Domain wikipedia.de für die Inhalte der Enzyklopädie verantwortlich seien.

In einem 22-seitigen Urteil hat das Gericht die Klage abgewiesen. Wikimedia ist laut dem Erkenntnis nicht für den Inhalt eines einzelnen Beitrags verantwortlich zu machen. Als Indizien sah das Gericht die Tatsache, dass die Domain wikipedia.de zu einer dreiviertel Million Artikel führte und nicht zu einzelnen Beiträgen. Darüber hinaus stünden die Administratoren von Wikipedia in keinem Dienstverhältnis mit Wikimedia.

Zu den beanstandeten Passagen merkte das Gericht an, dass es sich um Tatsachenbehauptungen oder zulässige Meinungsäußerungen handle.

Der inkriminierte Artikel ist aufgrund "mangelnder Relevanz" übrigens nicht mehr online, in anderen Beiträgen wird freilich auf die Praktiken der Frankfurter Verlagsgruppe hingewiesen.

Autoreninitiative

Deutsche, österreichische und Schweizer Autorenverbände haben mittlerweile eine Initiative gestartet, die Schreibende über Selbstzahlerverlage aufklären soll. Die Website von Fairlag klärt potentielle Opfer von Geschäftemachern auf und bietet umfassende Unterlagen (Vertragsbestimmungen etc.) für Publizierende.





Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2008-05-17 15:06:08
Letzte Änderung am 2013-07-21 16:03:40

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