• vom 07.11.2016, 08:46 Uhr

Kultur

Update: 07.11.2016, 08:55 Uhr

Theater

Die Bühne der Donaustadt




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Von WZ Online / APA

  • Das Wiener Orpheum feiert seinen 20. Geburtstag mit Kurt Ostbahn.

Wien. Gute, aber hochwertige Unterhaltung in den kulturell nicht eben üppig ausgestatteten Flächenbezirk Donaustadt zu bringen, das ist die Mission des Wiener Orpheums. Und sie wurde erfüllt: Die Kleinkunstbühne lockte seit der Eröffnung vor 20 Jahren laut Geschäftsführerin Heide Schwarzl 1,5 Millionen Besucher zu Musik- und Kulturdarbietungen. Gefeiert wird das Jubiläum Montagabend mit einem gemeinsamen Konzert von Kurt Ostbahn und Kabarettisten.

Aus dem "Dornröschen-Schlaf" geweckt wurde das Orpheum vor 20 Jahren von Erich Schindlecker. Der heutige Stadtsaal-Leiter und Gründer von Kulisse und Vindobona, Fritz Aumayr, machte ihn auf ein Kino aufmerksam, das von der Schließung bedroht war. Gemeinsam mit dem Kulturverein Donaustadt überlegte sich Schindlecker, wie man das Haus wiederbeleben könnte. Nach einer umfangreichen Renovierung öffnete das Orpheum schließlich am 10. November 1996 seine Pforten. Die Partnerschaft mit dem Kulturverein besteht bis heute.

"Das Orpheum war von Anfang an eine Erfolgsgeschichte", sagte Schindlecker. Gleich von Beginn an spielten Kabarettgrößen wie Josef Hader, Roland Düringer und Andreas Vitasek auf der neuen Bühne. "In Wien haben alle immer überall gespielt, deshalb konnten wir voll durchstarten", so Schindlecker. "Offensichtlich gegen die Erwartungen" der damaligen Kulturstadträtin Ursula Pasterk, die das Orpheum mit den Worten "Liebe Donaustädterinnen, liebe Donaustädter! Hier können Sie künftig den Aperitif genießen, und zum Kulturgenuss fahren Sie in die Stadt...", eröffnet hatte, etablierte sich die Bühne schnell.

"Wir verfolgen die Kabaretttradition in Wien nach wie vor", beschrieb Schindlecker das Konzept der Kultureinrichtung. Dazu gehöre, dass der Abend mit Speis und Trank "zu einem Gesamtevent wird". Da die Besucher im 300 Personen umfassenden Theaterraum (wird auf Bestuhlung verzichtet, sind es 600) an Tischen sitzen, können während der Vorstellung Getränke konsumiert werden. Vor dem Kabarettbesuch kann im hauseigenen Restaurant zu Abend gegessen werden.

In den nächsten Jahren soll die Musikschiene ausgebaut werden, auch wenn das Kabarett das Hauptstandbein bleiben soll. "Wir haben einen tollen Saal mit einer wunderbaren Akustik, das muss man ausnutzen", sagt Schwarzl. Derzeit gebe es etwa zu einem Drittel Musikveranstaltungen. Das wichtigste Ziel sei jedoch, "dass wir auch die nächsten 20 Jahre überleben", so Schwarzl, die daran erinnerte, dass das Orpheum nicht subventioniert werde. "Es gab schwierigere Jahre, letztes Jahr war zum Beispiel nicht leicht." Heuer laufe es jedoch sehr gut. Auch Schindlecker ist zuversichtlich: "Die Donaustadt ist ein unglaublich großer Hoffnungsmarkt. Wir sind im Zentrum von einem Gebiet, dass das Stadterweiterungsgebiet schlechthin ist."

Neben der österreichischen Kabarettszene sind auch internationale Künstler immer wieder zu Gast. So haben bereits R.E.M. oder Bryan Adams Auftritte im Orpheum absolviert. "Besonders schön" sei auch gewesen, dass Georg Danzer das Orpheum als sein Wohnzimmer bezeichnet habe, sagte Schindlecker. Auch Willi Resetarits alias Kurt Ostbahn schätzt das Orpheum seit Jahren, freute sich Schindlecker: "Wann immer er seine Pension unterbricht, macht er das bei uns."

So auch bei der ausverkauften Jubiläumsfeier am Montagabend, bei der Kabarettisten und Musiker gemeinsam mit der Band von Kurt Ostbahn dessen Hits interpretieren werden.





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2016-11-07 08:48:55
Letzte Änderung am 2016-11-07 08:55:53


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