Margot
Margot

Der Pragmatiker denkt sich: Warum eigentlich nicht? Die Kleider sind eh bodenlang, wer sieht das schon, wenn man nur pelzgefütterte Hausschlapfen trägt statt der obligaten Halsbrecher-Stöckelschuhe. So hat es Oscar-Präsentatorin Tiffany Haddish gemacht - die etwas andere feministische Kampfansage gegen unbequeme Modediktate. Ansonsten hielt man sich - Stichwort schwarz als MeToo-Uniform - mit modischen Politaussagen zurück. Schauspielerin Ashley Judd zeigte lediglich einen beachtlichen Diamantring, den sie angeblich zu Ehren der neuen Frauenbewegung trug. Kollegin Emma Watson wiederum führte ein temporäres "Times Up"-Tattoo am Unterarm aus.

Nicht leicht gemacht wurde es Red-Carpet-Reporter Ryan Seacrest, der sich mit Missbrauchsvorwürfen konfrontiert sieht - einige Stars verweigerten ihm das Interview. Margot Robbie, nominiert als beste Hauptdarstellerin, etwa ignorierte ihn einfach. Nicole Kidman wiederum crashte, in einer der auffälligsten Roben des Abends, ein Interview mit Sandra Bullock. Nicht ganz nüchtern dürfte auch Jennifer Lawrence gewesen sein, die im Abendkleid und mit Weinglas in der Hand über Theatersitzreihen kletterte.

Nicole
Nicole

Die belgische Filmemacherin Agnes Varda war mit 89 Jahren die älteste Nominierte und fungierte als subtile Erinnerung daran, dass die Hollywood-Frauen von heute den Feminismus nicht erfunden haben. Ihr Gucci-Allover-Outfit war außerdem wahrscheinlich das gewagteste des ganzen Abends. Fotos:a, afp