• vom 12.03.2018, 16:08 Uhr

Kultur


Tiroler Festspiele Erl

Aufklärung in Erl




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  • Vorwürfe gegen Kuhn zurückgewiesen, Gagen veröffentlicht, Ombudsfrau wird bestellt.

Die Staatsanwaltschaft hat die Anzeige gegen Dirigent Gustav Kuhn zurückgelegt.

Die Staatsanwaltschaft hat die Anzeige gegen Dirigent Gustav Kuhn zurückgelegt.© TFE Die Staatsanwaltschaft hat die Anzeige gegen Dirigent Gustav Kuhn zurückgelegt.© TFE

Erl. Die Tiroler Festspiele Erl reagieren auf die jüngsten Vorwürfe: Mehr Transparenz und eine Ombudsfrau als "Anlaufstelle für gegebenenfalls Betroffene" soll dafür sorgen, dass wieder Ruhe einkehren kann. Das beschloss der Vorstand der Tiroler Festspiele Erl Privatstiftung (TFE). Die erhobenen Vorwürfe sah der Vorstand mittlerweile "allesamt widerlegt".

Die zuständigen Behörden, insbesondere die Tiroler Gebietskrankenkasse und die Finanzbehörden, hätten bestätigt, dass die Gebarung der TFE einwandfrei sei, hieß es in einer Aussendung am Sonntag. Die Festspiele sahen sich unter anderem mit Vorwürfen wegen Sozialdumping, Ausländerbeschäftigung, Steuerverkürzung und Arbeitszeitverletzung konfrontiert.


Auch der Vorwurf der Ausbeutung gehe "ins Leere". Die Gagen in Erl befänden sich im Vergleich zu anderen Veranstaltern im Mittelfeld. Dennoch werde die Gagenordnung der TFE künftig im Internet veröffentlicht, um für die Künstler von vornherein Klarheit zu schaffen, hieß es.

Im Zusammenhang mit den anonymen in dem Internet-Blog dietiwag.org erhobenen Anschuldigen gegen Intendant Gustav Kuhn verwies der Vorstand auf eine rechtskräftige einstweilige Verfügung des Landesgerichts, wonach diese mangels jeglichen Beweises vom Netz zu nehmen seien. Auch die Staatsanwaltschaft Innsbruck hätte die Anzeigen zurückgelegt, da ein Anfangsverdacht nicht gegeben sei. Dessen ungeachtet habe der Vorstand die Geschäftsführung beauftragt, Verhaltensregeln zu erarbeiten und zu implementieren. Zudem soll eine Ombudsfrau bestellt werden, die die Einhaltung der Regeln überwachen, eine Hotline betreuen und eben als "Anlaufstelle für gegebenenfalls Betroffene" fungieren soll.

"Die Festspiele Erl sind ein kulturelles Aushängeschild Tirols", so der Vorstand. Durch die nun beschlossenen Maßnahmen soll "volle Transparenz und Offenheit" gewährleistet werden, damit "dieses renommierte Festival auch in Zukunft auf gewohnt hohem künstlerischen Niveau erfolgreich fortgeführt werden kann."

Mittlerweile erhebt dietiwag.org neue Vorwürfe gegen Kuhn: So soll der Dirigent seine 1969 eingereichte Dissertation teilweise aus dem Artikel "Ästhetik" von Fritz Heinemann in "Die Philosophie im XX. Jahrhundert" abgeschrieben haben.




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Dokument erstellt am 2018-03-12 16:14:53


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