Wien. Kalt, grau und abweisend: Bauten aus rohem Sichtbeton werden häufig als architektonische Bausünde abgetan. Obwohl sie in den vergangenen Jahren einen richtigen Hype ausgelöst haben, verfallen sie oder werden abgerissen. Dabei haben die teils wuchtigen Klotze eine ganz eigene Geschichte zu erzählen. Aus ihnen spricht "vielfach der Wunsch nach einer selbstbewussten Demokratie, die sozialen Aufschwung und eine egalitäre Gesellschaft bringen sollte", heißt es im Ausstellungstext. Oft handelte es sich um kommunale Einrichtungen wie Schulen, Kirchen, Bibliotheken oder Krankenhäuser, die von kommunalen Auftraggebern errichtet wurden.

Das Architekturzentrum Wien widmet sich in der Schau "SOS Brutalismus. Rettet die Betonmonster!" brutalistischen Bauten aus mehreren Jahrzehnten. Österreichische Ikonen wie die Wotruba-Kirche in Wien oder der WIFI-Internatsturm in St. Pölten treffen auf internationale Beispiele wie der City Library in Birmingham. Neben zahlreichen Fotos, Skizzen und Originalplänen gibt es auch Modelle aus Karton und Beton zu sehen.

Von 3. Mai bis 6. August 2018, täglich von 10 bis 19 Uhr,
Tickets 9€ bzw. 7 €.
Alle Infos unter www.azw.at
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Weltweit haben sich die Brutalismus-Jünger zusammengeschlossen und eine Initiative gebildet. In der Online-Datenbank "SOS Brutalismus" finden sich mehr als 1000 Beispiele aus der ganzen Welt.