A. Schneller: Wir können den Kindern nicht nur Zirkus und Werte vermitteln, sondern auch eine tolle Zeit schenken. Dadurch wird wieder mehr Aufmerksamkeit auf den Zirkus im Allgemeinen gelenkt. Mehr Menschen bringen sich ein, wirken bei Charity-Veranstaltungen mit - das ist ein enormer Werbewert. Es ist eine Win-win-Situation für alle und dabei denke ich nicht ans Geld.

Betreiben Sie den einzigen österreichischen Familienzirkus?

Neben uns gibt es noch den Circus Belly. Wenn er nicht mehr weitermacht, sind wir leider tatsächlich der letzte österreichische Zirkus - ich sage immer gerne der einzige. Obwohl es vor zehn Jahren noch vier gab. Wir konnten uns zum Glück etablieren. Bernhard Paul hatte das in den 1980er Jahren nicht geschafft und musste in Konkurs gehen, weil Österreich kein kulturelles Zirkusland ist. Er hat sich in Deutschland etabliert und macht mit seinem Circus Roncalli immer wieder Station in Österreich. Jetzt ist er sehr willkommen. Wir begehen 2019 unser 30-jähriges Jubiläum. Da werden wir so richtig durch die Decke gehen.

Wie wird sich der Zirkus in den nächsten Jahren weiterentwickeln?

Mit jeder Saison werden wir dem Zirkus in Österreich ein Stück mehr Erfolg verschaffen. Wir bekommen jetzt schon mit, dass die Leute wieder mehr Lust auf Zirkus bekommen. Ich werde auch weiter kämpfen, dass unsere Branche in Österreich endlich einen Sonderstatus erhält. Und wir werden definitiv noch weiter wachsen - als Menschen, als Artisten, als Künstler. Wir haben noch so viel in uns - an Kostümen, an Nummern, an Kreativität, an Ideen, an Musikstücken. Die nächsten zehn Jahre sind dafür nicht genug. Und: Ich wünsche mir weniger Steine auf dem Weg. Wir sind eh wie Super Mario, wir springen eh drüber, aber manchmal ist es wirklich viel.